Affen-Theater: King Kong (PC)

Ich bin der Größte, scheint der Acht-Meter-Affe sagen zu wollen. Und damit hat er Recht. Peter Jackson’s King Kong ist ein Kino-Highlight des in dieser Hinsicht eher tristen Jahres 2005, und das von Ubisoft produzierte Spiel zum Film, erschienen für alle Plattformen, ist ebenfalls ein Meisterstück des High-Tech-Entertainment.

King Kongs Grafik-Pracht erschließt sich natürlich vor allem den PC-Usern, die das Geschehen auf Skull Island in 1600X1200 erleben können. Doch prächtige Grafik ist nicht alles. Ein Spiel zum Film muss mehr bieten als nur das simple Nachdaddeln der bereits bekannten Handlung. Der User muss eintauchen können in den Film. Atmosphärische Dichte ist dazu ebenso notwendig wie eine variable Handlung. Schließlich übernimmt der Spieler auch die Rolle des Kong. Es wäre äußerst unbefriedigend, am Ende einfach vom Empire State Building geschossen zu werden. Im Spiel ist es deshalb möglich, den großen Affen nach Skull Island zurück zu bringen.

Ubisofts Entwicklungsstudios in Montpellier und Montreal, in denen einige der kreativsten Designer der Szene tätig sind, haben eng mit Peter Jackson und Wingnut Films zusammengearbeitet. Das Spiel schafft es deshalb problemlos, die visuelle Interpretation, die Charaktere und die Dramaturgie von Jacksons Film einzufangen. Der Spieler beginnt in der Rolle des Jack und versucht mit wachsender Verzweiflung, seine blonde Protagonistin, die vo einer Todesgefahr in die nächste tappt, vor den Fleisch fressenden Unbillen von Skull Island zu schützen.

Im späteren Spielverlauf kommt echte Freude auf. Als Kong feiert man in New York eine Orgie der Zerstörung. Das freut besonders diejenigen, die als Kinder in Filmen wie Formicula, Tarantula, Godzilla etc. immer zu den Monstern hielten.

Fazit: Struktur, Grafik, Umsetzung und Atmosphäre stimmen ganz einfach. King Kong ist eine hervorragende Film-Versoftung, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Civilization IV (PC)

Die Civilization-Serie der Programmierer-Legende Sid Meier ist einzigartig im gesamten Bereich der Unterhaltungssoftware. Das Spiel, momentan in seiner vierten Auflage erschienen, ist die unschlagbar scheinende Genre-Referenz im Bereich der Rundenstrategie.

Civilization IV kann die gesamte Menschheitsgeschichte umfassen. Die Aufgabe des Spielers ist simpel formuliert und gleichzeitig unglaublich komplex: Er führt ein Volk von der Steinzeit ins Weltraum-Zeitalter. Man beginnt mit ein paar Fell tragenden und Keulen schwingenden Gestalten um 4000 v. Chr. und lässt diese Siedlungen gründen. Aus diesen werden Städte, die durch Straßen verbunden und von Bauernhöfen, Werkstätten, Mühlen und anderen Betrieben versorgt werden. Natürlich müssen die Fellträger erst lernen, wie man Holz, Bronze und Metall ver- und bearbeitet, wie man Landwirtschaft betreibt, Bodenschätze erschließt und die Ozeane überquert.

Die unglaubliche Spieltiefe von Civilization IV erschließt sich dem Spieler nach und nach, ohne ihn zu erschlagen oder zu überfordern. Handel treiben ist nicht alles. Religionen werden gegründet, neue Staatsformen entdeckt. Was der Spieler aus seinem Volk macht, ist bis ins kleinste Detail seine Sache. Pazifistische Naturen streben die Weltherrschaft auf friedliche Weise an, sie setzen auf Diplomatie, Bündnisse mit den Nachbarvölkern und schnellen technischen Fortschritt. Direktere Naturen entwickeln ihr Militär zum politischen Machtinstrument und putzen die Konkurrenten von der Erdoberfläche. Herrsche ich als König, als Imperator oder als Präsident? Demokratie oder Diktatur? Konfuzianismus oder Islam? Alles geht. Irgendwann hat man es mit der UN zu tun – oder mit dem Planetenrat von Alpha Centauri.

18 Völker stehen in Civilization IV zur Auswahl. Wollen Sie den Briten zeigen, wie man ein Empire errichtet, das auch zur Jahrtausendwende noch besteht? Oder wie wäre es mit einem römischen Weltreich im 21. Jahrhundert? Sollen die Japaner herrschen (nicht nur in der Unterhaltungselektronik)? Wie wäre es mit den Azteken? Oder machen Sie die Welt arabisch. Nochmal: Alles geht. Sie können sogar die Welt, in der Sie regieren, maßgeblich gestalten. Von einer Waterworld mit nur wenigen Inseln, hier sind die See-Strategen gefragt, bis zum riesigen Urkontinent Pangäa ist alles dabei. Neben dem Solo-Modus können 18 Multiplayer-Staatschefs gegeneinander antreten.

Civilization IV entspricht dem aktuellen Stand der Technik. Die 3D-Grafik ist vom Satellitenbild bis zur Frontalansicht zoombar. Die einzelnen Gebäude sind detailliert, die Animationen sorgen für eine dichte Atmosphäre.

Civilization IV ist ein, wenn nicht das Musterbeispiel großartiger Unterhaltungssoftware. Sid Meier weiß eben, wie es geht. Wir danken ihm.

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Komplettsystem: GameStar-PC (Scaleo Ta)

„Ich will mir zu Weihnachten einen neuen Computer leisten. Es ist mir zu mühsam, ein System aus Einzelkomponenten selbst zusammen zu schrauben, also muss es ein Komplettsystem sein. Aber welches? Kann das Hardwarelabor denn nicht eine Empfehlung präsentieren?“

Genau 16 Mails dieser Art habe ich in den vergangenen zwei Wochen erhalten und mich deshalb auf die Suche nach einem Komplettsystem gemacht, dass ich uneingeschränkt empfehlen kann. Das Prinzip: Soviel Leistung wie möglich für so wenig Geld wie möglich. Die User stellen hohe Ansprüche. 3D-Power für Hardware-hungrige Spiele wie F.E.A.R. oder Need for Speed Most Wanted soll reichlich vorhanden sein.

Ich habe ein System ausgewählt, das ein optimales Zusammenspiel zwischen Motherboard, CPU und Grafikkarte garantiert und dabei hochwertige Hardware einsetzt. Es gibt günstigere Systeme, aber nach meiner Ansicht bietet der Scaleo Ta von Fujitsu-Siemens ein abolut unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis. Für 1399 Euro erhält der Nutzer High-End-Grafikpower, die auch kommende Software-Generationen in sehr hoher Qualität verarbeiten wird. Der Scaleo Ta ist zur Zeit (und auch für die nächste Zet) der ultimative Spiele-PC.

Diese Qualität kommt nicht von ungefähr. Das System wurde von den Hardware-Redakteuren der GameStar, Deutschlands Marktführer im Bereich der Spiele-Magazine, zusammen mit Fujitsu-Siemens entwickelt. Die Jungs wussten, was sie zusammenschrauben. Werfen wir einen Blick auf die Komponenten.

Prozessor: Athlon 64X2 3800+. Die Dual-Core-CPU lieferte im Test durchschnittlich 95,3 Frames pro Sekunde.

Grafikkarte: NVidia® GeForce™ 7800 GTX. Zu diesem Teil kann man nur einen Satz sagen: Die 7800 GTX ist zur Zeit die schnellste Grafikkarte überhaupt. Wer Details sehen will, findet diese in der ComputerBase.

Motherboard: Asus A8N-SLI. Das Kürzel SLI steht für einen möglichen Verbund von zwei Grafikboards in einem Rechner. Wer will, der kann tatsächlich zwei Gforce 7800 GTX-Karten zusame in einem System betreiben. Das wäre quasi ein Supersportwagen mit zwei Zwölfzylindern unter der Haube.

Soundboard: Soundblaster Audigy II ZS. Zwar nicht mehr die aktuellste Soundblaster-Generation (das wäre die X-FI), aber dennoch ein hervorragendes Soundboard für Surround-Gamer und PC-Cineasten.

Dazu kommen eine 200-GB-Festplatte (7200 U./min) sowie ein Double-Layer-Laufwerk für CD und DVD bis 8,5 GB. Die genauen Bestandteile des GameStar PC inklusive eines detaillierten Datenblatts finden Sie bei
Fujitsu-Siemens.

Dieses Gerät ist zur Zeit das Spielesystem. Ich bin übrigens den Mail-Schreibern, die einen solchen Komplettsystem-Test gefordert haben, sehr dankbar. Ohne meine Recherchen zu diesem Test wäre ich wahrscheinlich nicht auf dieses System gestoßen. Dann würde es wohl auch nicht unter unserem Weihnachtsbaum stehen. Was jetzt der Fall ist.

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Pro Evolution Soccer (PC)

Real Madrid gegen Asenal London: Ronaldo prescht vor, doch Jens Lehmann ist schneller.

Pro Evolution Soccer ist ein Software-Phänomen. Die Serie hat seit Jahren dieselben Schwachpunkte: katastrophale Menüführung, unvollständige Lizenzen und damit fehlende Atmosphäre. Doch das interessiert keinen Menschen. Pro Evolution Soccer ist dem Genreprimus FIFA trotzdem ebenbürtig und manchmal sogar überlegen.

Es ist eigentlich unmöglich, Fußball realitätsnah und gleichzeitig noch unterhaltsam in ein Computer- oder Videospiel zu quetschen. Der Physiker spricht in diesem Fall von nichtlinearen Faktoren. Was der Ball auf dem Feld macht, kann nicht zuverlässig vorausberechnet werden. Grundsätzliche Fähigkeiten und Tagesform der Kicker, Winkel und Rotation der „Kirsche“, Bodenbeschaffenheit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit lassen sich nicht in ein Spiel integrieren. Deshalb wirken manche Fußball-Computer-Spiele (vor allem die älteren) extrem simpel. Pass-Schuss-Tor. Ende der Geschichte.

Und genau hier liegt die Stärke von Pro Evolution Soccer, dessen fünfte Auflage momentan Spieler (wegen der Qualität) und Händler (wegen der Verkaufszahlen) begeistert. Kein anderes Spiel, auch nicht FIFA 2006, simuliert die Ballphysik derart realitätsnah. Dramatische Strafraumszenen sind hier die Regel. Tore, wie sie für Horst Hrubesch oder Gerd Müller typisch waren, gelingen mit keiner Software so gut wie mit dieser. Mit diesem Spiel kann man den Ball nicht nur aus 20 Metern in den Winkel hämmern, sondern auch mit einer eigentlich unmöglichen Drehung am verdutzten Torwart vorbei bringen oder das Leder vorwärtsstolpernd an den Innenpfosten und vorn dort aus ins Netz lenken.

Pro Evolution Soccer 5 hat alles. Dribbel-, Schuss- und Pass-System sind leicht zu lernen und dennoch sehr vielschichtig. Die Soundkulisse ist bombastisch. Nur eines hat PES 5 leider nicht: Originalität. Viele Spieler tauchen zwar trotzdem mit Namen, Team und Gesicht auf: Man hat kein Problem, Mausezähnchen Ronaldo, Tonsur-Zidane oder andere Stars des Weltfußballs zu erkennen. Doch gerade die Bundesliga fehlt. Die Teams heißen Hauptstadt, Autostadt oder Isar. Hier punktet FIFA 2006, denn dort ist alles original.

FIFA punktet ebenfalls beim Manager-Modus, der im Electronic-Arts-Produkt wesentlich motivierender umgesetzt wurde. Der PES 5-Kicker kämpft sich verdrossen durch die unmöglichen Menüs – doch sobald er wieder auf dem Platz steht, ist jeder Verdruss vergessen.

Fazit: Pro Evolution Soccer 5 ist Fußball pur und deshalb absolut empfehlenswert. Näheres finden Sie auf der Homepage von Konami. Gute Tests bieten Golem und GameStar.

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FIFA 2006 (PC)

Putz mir die Treter, Kollege. Kennen Sie den Herrn, der sich hier beim Torjubel symbolisch die Bolz-Quanten polieren lassen will? Sein Name ist Eric Cantona. Er wurde sowohl zum wichtigsten Spieler von Manchester United im 20. Jahrhundert als auch zum wichtigsten Spieler der gesamten Premier League in den 1990ern gewählt. In seinen fünf Jahren bei Manchester United gewann der Verein vier Meisterschaften. 1997 hing er die Fußballschuhe an den Nagel und schauspielert seitdem. In FIFA 2006 können Sie ihn dennoch in Aktion erleben, und zwar in einer All-Time-Classic-Super-Elf. In der spielt übrigens auch Rudi Völler.

An der FIFA-Serie kommen Konsolen- und Computer-Kicker seit zwölf Jahren nicht vorbei. Die schwierige Umsetzung der Fußball-Faszination auf den Bildschirm gelang keinem anderen Haus so durchschlagend wie Electronic Arts. Jedes Jahr liegt eine neue Fassung in den Händlerregalen, dazu kommen Sondereditionen zu Welt-und Europameisterschaften. Nicht immer waren diese Fassungen absolute Verbesserungen, manchmal schoss EA auch Eigentore. Doch diese änderten nichts am positiven Gesamtergebnis. FIFA war jahrelang qualitativ das Nonplusultra und hat erst vor zwei Jahren ernsthafte Konkurrenz durch die Pro Evolution Soccer-Reihe bekommen, die ebenfalls jährlich neu präsentiert wird. Die aktuelle Fassung, Pro Evolution Soccer 5, läuft bereits im Testlabor. Ergebnisse demnächst an dieser Stelle.

FIFA 2006 ist, das vorweg, keines der eben beschriebenen Eigentore. Schon der erste Start des Spiels lässt Freude aufkommen: Nachdem der Spieler sein Profil angelegt hat, darf er sich für ein erstes Match ein Team aussuchen, das dann gegen das oben erwähnte Classic-Team mit Cantona, Völler, Hugo Sanchez und Franz Beckenbauer antritt. Doch nur ein Begrüßungsmatch ist erlaubt. Im späteren Spielverlauf muss man dieses All-Star-Team erst durch Erfolge freischalten.

Die Stärke von FIFA 2006 ist die dichte Atmosphäre. Die Namen von 26 Ligen und mehr als 10000 Spielern, sämtliche Pokal-Wettbewerbe, die Gesichter, sogar die Bewegungen sind original. Echter geht nicht. Wer seinen PC mit einer leistungsstarken Audio-Anlage verbunden hat, bekommt auch ordentlich was auf die Ohren.


Trezeguet ist nicht zu bremsen, die deutsche Abwehr schläft, gleich steht es 1:0 für Frankreich.

Die Off-the-Ball-Steuerung eines zweiten Spielers per Analog-Stick, die ich nie richtig hinbekommen habe, hat Electronic Arts gestrichen. Neben den gewohnten Pass-, Schuss, Zweikampf- und Dribbel-Aktionen, für deren komplette Bandbreite ein Zehn-Tasten-Gamepad Pflicht ist, kann man auf dem Rasen wichtige Entscheidungen treffen, etwa Raumdeckung oder Spiel über die Flügel.

Der Hammer aus Sicht eines Solo-Spielers ist der Manager-Modus. 15 Jahre lang kann der User aus seiner Gurken-Truppe ein Top-Team formen. Sponsorensuche, die Jagd nach neuen Spielern und auch der Umgang mit der Presse *g* gehören zum Manager-Job, dessen wichtigste Aufgabe es natürlich ist, das Gamepad zu meistern und die Spiele seines Teams zu gewinnen. Ich habe in allen vergangenen FIFA-Varianten keinen derart starken Motivator gesehen. Eine starke Idee, gut umgesetzt.

Fazit: FIFA 2006 ist die hervorragende Umsetzung eines faszinierenden Sports auf den Schirm. Was Electronic Arts sportlich sonst noch zu bieten hat, finden Sie hier.

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