Der Pate (PC)

Filme dienen als Vorlage für ein Computerspiel – dieses Prinzip ist so alt wie das Genre selbst. Ein gutes und aufwändig produziertes Spiel eröffnet dem Fan des Films die Möglichkeit, die Handlung interaktiv zu erleben, sie nachzuvollziehen oder sie sogar zu verändern. King Kong muss am Ende nicht tot vom Empire State Building fallen. Doch oft waren und sind Film-Spiele schnell zusammengeschusterte Machwerke, die den Fans des Films schnell noch ein paar Euro mehr aus der Tasche ziehen sollen. Gute Spiele zum Film sind selten, aber es gibt sie.

Aber der Pate? Das Meisterwerk, Coppolas herausragende Trilogie, basierend auf Mario Puzos Roman? Viele halten die drei Filme über Aufstieg und Schicksal der Familie Corleone für das beste jemals auf Zelluloid gebannte Material. So etwas als Computerspiel? Es klingt wie ein Sakrileg.

Doch das ist es nicht. Das Spiel, produziert vom Branchenriesen Electronic Arts, nähert sich der Film-Vorlage mit Vorsicht und Respekt. Es ist keine plumpe Nacherzählung, die vom Hype des Jahrhundertwerkes profitieren will.

Da wäre zuerst die Frage der Originalität. Die Charaktere des ersten Films sind vertreten. Man erkennt Marlon Brando als Don Vito Corleone, James Caan als Sonny Corleone und Robert Duvall als Anwalt Tom Hagen. Ein Pluspunkt.

Dann kommt die Zusammenführung von Spiel- und Filmhandlung. Auch diese ist gelungen. Man erinnert sich an den Filmproduzenten, der es ablehnte, Vito Corleone einen Gefallen zu tun. Der Mann fand morgens nach dem Aufwachen den Kopf seines Lieblingspferdes in seinem Bett. Wie der Kopf dorthin kam, verrät der Film nicht – aber das Spiel.

Der generelle Spielverlauf liegt nahe: Der Spieler steuert eine Figur, die sich im New York des Jahres 1945 innerhalb der Corleone-Familie hochdient. Von einer unbekannten Nullnummer kann der Spieler schließlich selbst zum Paten werden. Doch dazwischen liegen jede Menge Aufträge, Bandenkriege, Verrat, Mord, Verfolungsjagden mit der Polizei – und Brutalität. Doch diese scheint notwendig, es geht schließlich um die Mafia. Manchmal geht es hart zur Sache, die ab-18-Wertung ist deshalb berechtigt.

Fazit: Der Pate als Spiel ist natürlich nicht das überragende Meisterwerk, das der Film seinerzeit war und heute noch ist. Aber es ist ein solides Actionspiel mit einer tiefen Verbeugung vor dem filmischen Vorbild.

Näheres finden Sie bei Electronic Arts.

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