Live von der Games Convention

Wer wissen will, was auf der Games Convention Ende August im fernen Leipzig so alles geschieht, aber die weite Reise nicht antreten will, muss nur auf das Hardwarelabor klicken. Ich fahre zur größten Spiele-Messe Europas und werde live im Blog berichten. Am 26. August werden hier Bilder, Fakten, Trends und Tests eintreffen.

Um die Vorfreude auf dieses Mega-Event zu schüren, habe ich mich bei den großen Spiele-Produzenten umgehört, wie sie sich auf der Games Convention präsentieren wollen. Ich beginne mit Eidos:

Fünf Europa- und zwei Weltpremieren präsentiert Eidos auf der Games Convention in Leipzig. Auf über 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt der Hamburger Publisher sein Portfolio. Zu finden ist der Eidos-Stand auf der Games Convention 2006 in Halle 3, A20.

Die Spiele in der Übersicht:

Just Cause (Europa-Premiere)
Ein Action-Adventure auf der Tropeninsel San Esperito, die kurz vor der Revolution steht. Just Cause bietet eine der größten Spielewelten, die es je gab. Über 1000 Quadratkilometer gilt es zu entdecken (Veröffentlichung: 22. September 2006 für PC, PS2, Xbox 360, Xbox)

Justice League Heroes (Europa-Premiere)
Action-Rollenspiel mit den klassischen DC-Superhelden Superman, Batman, The Flash, Wonder Woman, Green Lantern, Zatanna und Martian Manhunter (Veröffentlichung: Herbst/Winter 2006 für PS2, Xbox, PSP, GBA, DS)

Tomb Raider: Legend für Nintendo (Europa-Premiere)
Lara Croft gibt sich in Tomb Raider: Legend auf Nintendo GameCube, GameBoy Advance und DS die Ehre. (Herbst/Winter 2006)

Tom & Jerry Tales (Welt-Premiere)
Vielen Dank – für die Blumen…. Eidos und Warner Bros. Interactive Entertainment veröffentlichen das ewige Katz- und Maus-Spiel für Nintendos DS und GameBoy Advance (Herbst/Winter 2006)

BIONICLE Heroes (Europa-Premiere)
Das offizielle BIONICLE Videospiel mit allen Charakteren der 2006er Range der Toa Inika und Piraka, entwickelt von den Machern von LEGO Star Wars: Das Videospiel (Herbst/Winter 2006 für PC, PS2, GBA, DS)

Battlestations: Midway
Actionspiel rund um die berühmte Pazifik-Schlacht von Midway im Zweiten Weltkrieg. Der Spieler kommandiert historische Flugzeuge, Kampfschiffe und U-Boote (2007 für PC, Xbox 360)

FlatOut 2 (siehe Test im Hardwarelabor)
Ein Rennspiel der besonderen Art: Destruction Racing ist das Stichwort – der Gegner wird nicht geschont. Tuningboliden für PlayStation 2, PC und Xbox (bereits im Handel erhältlich)

Reservoir Dogs (Europa-Premiere)
Umsetzung des Kultklassikers von Quentin Tarantino für PC, PlayStation 2 und Xbox Das Spiel hält sich strikt an den Film und beantwortet zahlreiche im Film offen gebliebene Fragen (25. August 2006)

Kane & Lynch: Dead Men (Welt-Premiere)
Ein neuer Action-Shooter von IO Interactive, den Machern der Hitman-Reihe. Spektakuläre und storylastige Action mit zwei explosiven Hauptfiguren (PC, Xbox 360)

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Games Convention in Leipzig

Die Games Convention steht an: 24. bis 27. August in Leipzig. Zuerst die nachrichtliche Fassung:

Die Games Convention, kurz GC, ist eine seit 2002 jährlich in Leipzig stattfindende Messe für interaktive Unterhaltung, Infotainment, Hardware und Edutainment sowie Computer- und Videospiele. Sie ist die wichtigste Messe ihrer Art in Europa und zog im Jahr 2005 134.000 Besucher, 2.000 Pressevertreter und 280 Aussteller an. Die Aussteller aus 15 Ländern zeigen nicht nur die neuesten Spiele, sondern auch frühe Entwicklungen und künftige Neuerscheinungen, welche den Hauptteil der Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Jetzt die emotionale Fassung:
Die GC ist der Hammer. Sie beweist, was wir, die erfahrenen Gamer, Shooter und Strategen seit Jahrzehnten wissen. Computerspiele (oder Unterhaltungssoftware, interaktive Unterhaltung et cetera et cetera) sind eine spaßige, interessante und mitreißende Freizeitbeschäftigung,, wenn man es nicht übertreibt und fünf Stunden pro Tag am Rechner hängt. Ich persönlich habe übrigens seit Mai nicht mehr intensiv gespielt. Spiele sind etwas für verregnete oder verschneite Herbst- oder Winterabende. Bei 35 Grad Außentemperatur bleibt mein Rechner aus.

Wer mehr über die GC wissen will, wird hier fündig.

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Flatout II (PC)

Gute Rennspiele sind selten. Es gibt einfach zu viele davon, echte Innovationen werden dem Mainstream geopfert. Ein Entwickler muss sich schon enorm anstrengen, um in diesem Bereich der Unterhaltungssoftware angenehm aufzufallen. Eidos hat es schon zum zweiten Mal geschafft. Schon der erste Flatout-Titel war hervorragende Arbeit. Die jetzt erschienene zweite Auflage wurde noch besser. Flatout II verbindet unkomplizierten Fahrspaß mit größtmöglicher Zerstörung. Die am Steuer sitzenden Crash-Test-Dummys zeigen, dass sich dieser Titel selbst nicht so ernst nimmt – was ihn noch sympatischer macht.

Rasen, schrotten, rammen, Explosionen auslösen, Gegner abdrängen, ein Trümmerfeld der Verwüstung hinterlassen – in Flatout II geht es nicht nur darum, Rennen zu gewinnen. Man zelebriert diese Siege eher, und zwar mit einer Orgie der Zerstörung. Mit mehr als 5000 zerstörbaren Objekten auf jeder Strecke und 40 verformbaren Teilen pro Wagen fliegen dem Spieler die Trümmerteile nur so um die Ohren.

Flatout II nimmt sich wie gesagt nicht ernst und ist gerade deshalb so gut. Man kann die Gegner in ihre Bestandteile zerlegen, durch Gebäude brettern (erinnert sich noch jemand an die Verfolgungsjagd durch eine Einkaufszone im Klassiker Blues Brothers?) und geradezu wahnsinnige Abkürzungen nutzen. Die am Steuer sitzenden Dummys halten einiges aus, ebenso die Wagentypen. In der Derby-Klasse handelt es sich dabei um unförmige Hubraum-Monster, später kommt der Spieler auch an Sportwagen für die Straßenklasse heran.

Die Steuerung ist mit einem Analog-Pad unkompliziert und Arcade-gemäß unrealistisch, was dem Spieler aber viele Frustmomente erspart. Die Grafik ist absolut herausragend und bringt die Zerstörungs-Serie voll zur Geltung. Nach jedem Renen bietet Flatout II eine Wiederhol-Funktion in voller Länge an. In Zeitlupe wirken die Überschläge besonders beeindruckend.

Die Gegner-KI wurde seit dem ersten Teil deutlich verbessert. Alle gegnerischen Fahrer haben eigene Identitäten, Vorgeschichten und Fahrweisen. Ein paar Beispiele:

Die bereits im ersten Teil sehr unterhaltsamen Bonus-Mini-Spiele haben sich verdoppelt – auch hier profitiert das Spiel davon, dass es sich selbst und sein Genre karikiert. Beim Hochsprung beispielsweise schleudert der Spieler seinen Dummy durch die Windschutzscheibe und hofft, dass er durch die richtige Wahl von Winkel und Geschwindigkeit möglichst hoch fliegt. Mein Rekord liegt bei 140 Metern. Die Crash-Derbys sind Jeder-gegen-Jeden-Duelle. Wer den höchsten Schaden anrichtet, gewinnt.

Fazit: Flatout II ist technisch gesehen ein grandioses Beispiel professioneller Programmierkunst und bietet inhaltlich all die Manöver, die wir uns im Alltag nie trauen würden. Ist wohl auch besser so. Der Ladebildschirm erinnert übrigens daran: In de Realität immer schön anschnallen.

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Darkstar One (PC)


Science Fiction hat den Vorteil, sich um reale Physik, Antriebstechnik und die Bewältigung von wahrhaft unendlichen Entfernungen nicht kümmern zu müssen. Deshalb stehen dem Spieler im Ubisoft-Titel Darkstar One mehr als 300 Sternensysteme zur Verfügung. In diesen kann er Handel treiben, als Kopfgeldjäger, Pirat oder Killer arbeiten oder sich in der Hauptstory für den intergalaktischen Frieden einsetzen.

Das kommt Ihnen bekannt vor? Mir auch. Seit dem legendären ELITE auf dem Commodore 64 und später auch auf dessen 16-Bit-Nachfolger Amiga 500 ist dieses Spielprinzip Kult. Der Spieler fliegt von System zu System, kauft billig ein, verkauft teuer (mal ehrlich: Handel treiben ist eher lahm) oder macht Jagd auf Piraten oder Gesetzesbrecher.

Das ELITE-Prinzip wurde immer wieder neu belebt. Anfang der 90er war der Origin-Titel Wing Commander der Anlass für viele Gamer, sich mit der damals für Spieler noch als untauglich geltenden PC-Technik näher zu beschäftigen. Wing Commander wurde ein Riesenerfolg mit fünf Fortsetzungen. Von einem riesigen Universum, in dem sich der Spieler frei bewegen konnte, war damals allerdings noch keine Rede. Es ging nur darum, die Kilrathi abzuschießen.

Nach Wing Commander kam Privateer, und hier war die spielerische Freiheit deutlich größer. Die Langzeitmotivation basierte auf der Entwicklung der Hauptstory und des eigenen Schiffes, das man vom Antrieb über die Ladekapazität bis zur Bewaffnung ständig upgraden konnte.

Freelancer leutete die neue Generation der PC-Weltraum-Spiele ein, die jetzt mit Darkstar One fortgesetzt wird. Ein riesiges Universum erschließt sich dem Spieler nach und nach. Die Story: Die vom Spieler gesteuerte Figur ist ein junger Pilot, der von seinem verstorbenen Vater das Schiff Darkstar One erbt. Dieses Teil ist ein echtes Unikat, denn es ist eine bio-technische Symbiose. Neben dem technischen Teil wie Bewaffnung und Antrieb funktioniert die Darkstar One organisch. Sie wird größer, schneller und gefährlicher, wenn man die über das Universum verstreuten Alien-Artefakte findet. Eine nette und vor allen neue Idee, doch das übliche Upgraden mit neuen Lasern und böseren Raketen funktioniert natürlich auch noch.


Kawumm – dieses Schiff ist Geschichte.

Und so rast der Pilot durch das Universum, wird zum Händler, Söldner, Kopfgeldjäger oder Gesetzlosen, erforscht unbekannte Rassen und Systeme, klärt zwischendrin den Mord an seinem Vater und sorgt für Frieden in der Galaxis. Darkstar One verbindet ein altbekanntes Spielprinzip mit moderner PC-Technik. Die Grafik ist eine Pracht, die Hauptstory unterhaltsam, die fremden Rassen schön bunt. Drei ständig veränderbare Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass auch unerfahrene PC-Piloten nicht frustriert mit der Faust auf die Tastatur hämmern. Die Steuerung folgt dem Freelancer-Vorbild: Die Maus ist das universale Steuergerät: Man bewegt sie einfach in die Richtiung, in die das Schiff fliegen soll. Gefeuert wird mit den Maustasten, Schub und Gegenschub sowie Nachbrenner und Seitendüsen bedient man über den WASD-Block auf der Tastatur.

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Handelsstationen wie diese versorgen den Spieler mit Reparaturen, neuen Schiffs-Upgrades, Aufträgen und Handelsgütern.

Fazit: Darkstar One ist ein gelungener Weltraum-Shooter, die organischen Upgrades sind eine originelle neue Idee. Wer früher von ELITE und Wing Commander begeistert war, wird sich schnell wie Zuhause fühlen

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