Little Britain

Britischer Humor auf DVD – dazu fallen dem Cineasten spontan zwei Stichworte ein: Die geniale Serie „The Office“ inspirierte deutsche Drehbuchautoren zur Erschaffung von Stromberg, der trotz unbestreitbarer Qualitäten nie den Witz des Originals erreicht hat.

Darüber schweben Monty Python, deren Brillianz sogar in den Sprachgebrauch einfloss. Besonders schräger oder derber Humor gilt seitdem als „pythonesk“. Es ist für jede neue britische Comedy-Produktion sehr schwer, aus dem Schatten dieser beiden großen Vorbilder zu treten. „Little Britain“ hat es geschafft. Die DVD-Box von Polyband Medien mit der ersten Staffel dieser aberwitzigen und skurrilen Comedy aus dem Königreich ist seit dem 15. Juni im Handel.

„Ohhh Großbritannien, Land technischer Errungenschaften. Wir haben seit zehn Jahren fließend Wasser, einen unterirdischen Tunnel, der uns mit Peru verbindet, und wir haben die Katze erfunden. Aber keine dieser Erfindungen wäre möglich gewesen ohne die wunderbaren Menschen in diesem Land, und genau die wollen wir heute einmal näher betrachten..“ Mit diesen Worten eines unsichtbaren Erzählers beginnt jede Folge von „Little Britain“.

Zu diesen „wunderbaren Menschen“ gehören Ghetto Chick Vicky Pollard, bei der man nie weiß, ob ein „Ja“ jetzt ein „Nein“ ist und umgekehrt; Daffyd Thomas, der sich standhaft für den einzigen Schwulen in seinem walisischen Heimatdorf hält, Sebastian Love, Assistent des Premierministers und in denselbigen verknallt, oder die bösartige Diätkurs-Leiterin Marjorie Dawes; der etwas zu männlich wirkende Transvestit Emily Howard und natürlich der aufopfernde Lou und sein (zumindest zeitweise) an den Rollstuhl gefesselten Freund Andy.  

Die Autoren und Hauptdarsteller Matt Lucas und David Walliams sind die Erfinder und Hauptdarsteller von „Little Britain“. Im Jahr 2001 starteten sie im Radio (BBC Radio 4), und ab 2003 begann der Siegeszug der Serie im Fernsehen. Ingesamt drei komplette Staffeln und das Special „Little Britain abroad“ wurden mit großem Erfolg von der BBC ausgestrahlt.

Mittlerweile war die Sendung, die mit dem British Comedy Award, der Goldenen Rose von Luzern und 2006 mit dem Emmy ausgezeichnet wurde sowie viele weitere Preise einheimste, auch schon in England und Australien live zu erleben. In restlos ausverkauften Hallen tauchten während der „Little Britain live“-Tournee Robbie Williams in Frauenkleidern und Kate Moss als Freundin von Vicky Pollard auf.

Um wahren Fans die größte Sorge zu nehmen: Die Originaltonspur ist auch auf der in Deutschland erscheinenden DVD enthalten, samt englischen und deutschen Untertiteln.Um Qualität und Anspruch an die deutsche Synchronisation zu gewährleisten, wurden germanische Comedy-Kaliber angefragt: Oliver Kalkofe und Oliver Welke sind die deutschen Stimmen von Matt Lucas und David Walliams. Beide sind selbst leidenschaftliche Fans des britischen Originals und arbeiteten an dem Dialogbuch für die deutsche Fassung mit.

Lucas und Walliams haben mit „Little Britain“ ein detailverliebtes Paralleluniversum geschaffen. In ihm leben merkwürdige Exzentriker, charmante Wahnsinnige und soziale Außenseiter. Mit immer wiederkehrenden Charakteren greifen die beiden gängige Klischees auf und zeichnen ein schräges Bild vom Alltag der Briten. Das hemmungslose Sketch-Bombardement ist mittlerweile längst über die Grenzen Großbritanniens zum Kult avanciert und ein Meilenstein internationaler Comedy, was viele Auszeichnungen belegen.

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Silent Hunter IV (PC)

U-Boot-Fahrer haben einen im Militär einzigartigen Ruf. Geradezu unmenschliche Nervenstärke und die taktische Voraussicht eines Schachexperten sagt man ihnen nach. Ubisoft liefert mit „Silent Hunter IV: Wolves of the Pacific“ die grafisch wie strukturell bisher beste U-Boot-Simulation für den PC ab.

Rohre eins bis drei bewässern, Mündungsklappen öffnen. Doppelschuss auf den Kreuzer in der Mitte. Das amerikanische U-Boot hat sich an die japanischen Schiffe herangepirscht. In der Realität hat dieses Anschleichen Stunden oder gar Tage gedauert, in „Silent Hunter IV“ dauert es um die dreißig Minuten.

Geduld und Geschick des PC-Kapitäns werden belohnt. Zuerst neigt sich der torpedierte Kreuzer stark zur Seite, dann reißt eine gewaltige Explosion das Schiff regelrecht auseinander. Die Trümmer versinken im Meer und ziehen Millionen von Luftblasen hinter sich her.

„Silent Hunter IV“ hat dasselbe Problem wie alle guten Kriegs-Simulationen: Das Spiel nutzt einen realen und ebenso grausamen wie tragischen historischen Hintergrund als Unterhaltungs-Basis. Man kann darüber streiten, ob derartige Hintergründe überhaupt der Unterhaltung dienen sollen oder dürfen. Wer diese Frage mit einem entschiedenen „Nein“ beantwortet, muss aber konsequenterweise auch alle anderen Kriegs-spezifischen Unterhaltungsprodukte von „Verdammt in alle Ewigkeit“ bis zu „Der Soldat James Ryan“ ablehnen. Alle anderen erhalten mit „Silent Hunter IV“ hochwertige Software, die nicht bedenklicher ist als Schiffe versenken auf einem Blatt Papier.

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Kapitäns an Bord eines amerikanischen U-Boots in den Tiefen des Pazifischen Ozeans während des Zweiten Weltkriegs. Mit Upgrades und Erfahrungspunkte bildet er eine in drei Schichten rotierende Besatzung aus, die ihm jede Menge Arbeit abnimmt. Die Kampagnen bieten Aufklärungsmissionen, gewaltige Seeschlachten und Spezialaufgaben wie das Abholen eines Agenten von feindlichem Terrain.

Fazit: „Silent Hunter IV“ erzielt Bestnoten in Optik und Atmosphäre. Taktiker werden sich wohlfühlen, Action-Fans sollten zuerst probespielen.

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32nd America’s Cup (PC)

Simulationen sind normalerweise eine feine und nicht allzu komplizierte Angelegenheit. Wer Fußball, Eishockey, Boxen oder eine andere Sportart auf dem PC oder den Konsolen spielen will, hat zu diesen Disziplinen mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin schon eine starke Affinität, kennt die Regeln und findet sich zurecht. Baseball, Football und andere aus europäischer Sicht als Exoten geltende sportliche Betätigungen funktionieren ebenso. Doch ab und zu macht es ganz einfach Spaß, sich mit einem Spiel zu beschäftigen, das eine Sportart simuliert, mit der man in der Realität nichts, aber auch wirklich nichts zu tun hat und deren Struktur man gar nicht kennt. Wenn die Simulation dann auch noch gut aussieht und hervorragend programmiert ist, kommt wirklich Freude auf. Ein Beispiel ist die Software-Variante der bekanntesten Segelregatta der Welt: der America’s Cup.

Das komplizierte Regelwerk einer Segelwettfahrt, das komplexe Verhalten einer Yacht, die sich ständig ändernden Wind- und Wellenbedingungen könnten den eher abschreckenden Gedanken „Das kapiere ich nie“ auslösen. Diese Befürchtung ist unnötig, das Spiel führt den User in zwölf hervorragenden Tutorial-Missionen sehr komfortabel an den Segelsport heran, ohne dabei in die Oberflächlichkeit abzudriften. Im Gegenteil: „32nd America’s Cup“, Teil fünf der Virtual-Skipper-Serie, hat die Natur eines Strategiespiels.

Entscheidend ist immer der richtige Winkel zum Wind. Der Spieler lernt nicht nur den richtigen Einsatz von Spinnaker und Focksegel, sondern spürt auch tatsächlich die Faszination des Segelsports. Die in den höheren Schwierigkeitsgraden herausfordernd starke KI der Computeryachten ist für Segelexperten eine hohe Motivation. Gerade diese Experten werden sich freuen, alle zwölf offiziellen Boote des 32. America’s Cups im Spiel zu finden.

Es stellt sich natürlich die Frage, wie realistisch die Umgebungs-Physik die Bedingungen auf hoher See präsentiert. Die Antwort: So real war noch kein mit Wasser in Verbindung stehendes Spiel. Wellen brechen sich am Bug, Strömungen wie Windrichtungen werden perfekt simuliert. Von Valencia, Austragungsort des 32. America’s Cup, über die Küste vor San Francisco bis zu Rio de Janeiro haben die virtuellen Skipper die Auswahl unter den schönsten Segelgebieten der Welt. Die herrliche Aussicht ist eine enorme Motivation.. Wer gerade keine zehn Millionen Euro für eine Yacht zur Hand hat, sollte sich „America’s Cup“ näher ansehen.

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Command and Conquer: Tiberium Wars (PC)

Im Fachjargon der Spieleindustrie heißen sie Killer-Applications. Eine besonders im Bezug auf die Killerspiel-Debatte irreführende Bezeichnung, denn eine Killer-Application muss nicht zwangsläufig ein Kriegs- oder Ballerspiel sein. Es geht vielmehr um Spiele, die von einem enormen Hype getragen werden, an der Spitze der Verkaufscharts landen, lange dort bleiben und ein komplettes Genre prägen. Spiele dieser Art sorgen dafür, dass Konsolen verkauft und PCs aufgerüstet werden.

Das Genre der Echtzeit-Strategie ist fest mit einer Killer-Application verbunden: Command and Conquer. Diese Serie von Electronic Arts definierte ab 1995 die Action-lastige Echtzeit-Strategie neu. Der aktuelle Teil, von Strategen auf allen Kontinenten sehnsüchtig erwartet, heißt Tiberium Wars und knüpft an die Story an, die der erste Teil vor zwölf Jahren zu erzählen begann. Kane ist wieder da.

An dieser Stelle sind wohl ein paar Worte der Erklärung notwendig. Kane ist der ebenso wahnsinnige wie fanatische Anführer der Bruderschaft von Nod und strebt nach der Weltherrschaft. In seinem Weg steht die Global Defense Initiative (GDI), die das unter Kanes Knute zu erwartende Chaos verhindern und die freie Welt schützen will. Die GDI setzt auf überlegene Feuerkraft, die Bruderschaft beherrscht Tarnung, Täuschung und hinterhältige Attacken meisterhaft.

Schon 1995 konnte der Spieler sich entscheiden, ob er die Welt ins Chaos stürzen oder retten will. Sowohl die GDI als auch Nod konnten in zwei Kampagnen gesteuert werden.

„Command and Conquer: Tiberium Wars“ beginnt im Jahr 2047. Tiberium, gleichzeitig radioaktiv strahlende tödliche Bedrohung und hochwertige Energiequelle außerirdischen Ursprungs, hat die gesamte Erde überzogen, die nun in Zonen, basierend auf dem Grad der Tiberium-Verseuchung, unterteilt ist. Blaue Zonen, die 20 Prozent der gesamten Erdoberfläche einnehmen, stellen die letzte Zuflucht der zivilisierten Welt dar. Teilweise bewohnbare gelbe Zonen nehmen 50 Prozent der Erdoberfläche ein. In diesen vom Krieg gezeichneten und ökologisch verwüsteten Gebieten lebt der Großteil der Bevölkerung. Die verbleibenden 30 Prozent des Planeten sind unbewohnbar – ein vom Tiberium geschaffenes Ödland, das von heftigen Ionenstürmen heimgesucht wird. Diese roten Zonen erinnern mehr an die Oberfläche eines fremden Planeten.

Die Strategie-Veteranen stellen schon nach zwei Minuten fest, dass sich Command and Conquer seit 1995 nicht maßgeblich verändert hat. Die Tiberium-Ernter gurken immer noch derart blind durch die Gegend, dass sie leichte Beute des Gegners werden. Wer die GDI übernimmt, kann sich taktische Geplänkel sparen und überrollt Nod mit seinen Panzern. Die Zwischensequenzen bestehen aus hochauflösenden Videos, auf dem Schlachtfeld kracht und donnert es ohne Pause.

GDI und Nod sind nicht die einzigen Militärmächte, ein hochtechnisiertes außerirdisches Volk kommt noch dazu. Das Ballancing der drei Armeen ist ausgezeichnet und eine perfekte Grundlage heißer Multiplayer-Matches und Online-Schlachten. Fazit: Command and Conquer hat immer noch die Kernqualitäten der Echtzeit-Strategie: Es ist laut, hektisch, bombastisch und setzt jede Menge Adrenalin frei.

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Eurogamers startet in Deutschland

Business-, Studenten- und Hobby-Portale gehören zu den beliebtesten der Kommunikations-basierten Internet-Inhalte. Auf Xing (früher Open BC), dem Studivz oder anderen Plattformen erneuerte man alte oder knüpft neue Kontakte, tauscht Erfahrungen aus und nimmt Ideen mit. Eurogamers ist der Name einer jetzt in Deutschland startenden Plattform für Spieler.

Eurogamers ist ein kostenloser Dienst und kann unter
http://gamers.eurogamer.de ohne Registrierung ausprobiert werden. Eine
Anmeldung ist nur erforderlich, um mit anderen Mitgliedern kommunizieren oder
Einstellungen speichern zu können. Der Weg zur individuell gestalteten Startseite ist
 einfach: Inhalte lassen sich nach persönlichen Interessen filtern, Elemente können ein- und ausgeblendet oder per Drag & Drop beliebig verschoben und angeordnet werden.

Der Nutzer kann Nachrichten an einzelne oder mehrere Personen verschicken und Gruppen anlegen, zu denen man Freunde oder Mitglieder mit ähnlichen Interessen einladen kann. Der Initiator kann dabei die Privatsphäre festlegen: Öffentlichen Gruppen kann jeder beitreten, geschlossene erfordern Zustimmung. So können zum Beispiel Clans und Gilden innerhalb weniger Sekunden eigene Kommunikationsplattformen aufbauen.

Eurogamers beschränkt sich nicht allein auf Deutschland. Es ist verknüpft mit den gleichnamigen Diensten in England und Frankreich und soll in zwei weiteren Ländern bis zum Jahresende starten. Damit ist es möglich, Freundschaften länderübergreifend zu schließen und so gemeinschaftlichen Interessen nachzugehen – zum Beispiel, sich zu einer Partie auf Xbox Live verabreden oder sich in einem Online-Rollenspiel treffen.

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