Overlord (Xbox 360)

 

„Geht und plündert, brandschatzt, vernichtet!“ Der Overlord sendet seine Schergen aus. Das Action-Adventure von Codemasters gibt es für den PC und die Xbox 360.

Niedliche kleine Schäfchen springen über herrliche grüne Wiesen. Vögel zwitschern. Sanfte Hintergrundmusik suggeriert eine Atmosphäre von Frieden und Harmonie. Aus der Idylle wird plötzlich ein Massaker. Bis an die spitzen Zähne bewaffnete Gnome, die den Gremlins aus Joe Dantes Filmen sehr ähnlich sehen, fallen über die Schäfchen her, metzeln sie brutal nieder und bringen die extrahierte Lebenskraft der armen Kreaturen zu ihrem Meister – dem Overlord. Dieser sieht aus wie Sauron im „Herrn der Ringe“. Rote Augen glühen unter einem monströsen Helm, eine mächtige Streitaxt baumelt an seiner Seite. Der Overlord will eine Fantasy-Welt mit Hilfe seiner dämonischen Schergen erobern, versklaven, beherrschen. Der Spieler soll ihn nicht bekämpfen, sondern ihm dabei helfen.

Das alles hört sich mächtig böse an, und im Prinzip geht es im Action-Adventure „Overlord“ auch darum, richtig böse zu sein. Allerdings sind die Gegner, gegen die der Overlord antreten muss, noch böser. Einst waren sie sieben tapfere Helden, die den ersten Overlord, die Inkarnation des Bösen, besiegt hatten. Doch inzwischen sind diese Helden selbst den sieben Todsünden verfallen. Und für die Bewohner ihrer Reiche gibt es nichts mehr zu lachen. Es wird deshalb Zeit, dass sich das Böse wieder erhebt.

Codemasters präsentiert dem Spieler eine skurrile Fantasy-Welt, in der traditionelle Werte auf den Kopf gestellt werden. Einhörner sind zu blutrünstigen Fleischfressern mutiert, auch die Hobbits interessieren sich sehr für Menschen am Spieß, und die Elfen sind Psychopathen im Drogenrausch. Mit diesem Gesindel muss der Overlord fertig werden. Das schafft er trotz seiner mächtigen Axt nicht allein. Im Gegenteil: Wenn er will, muss er nur Befehle erteilen. Die eigentliche Arbeit, bestehend aus Vernichtung, Plünderung und Brandschatzung, erledigen seine Schergen.

Der Spieler kommandiert eine ganze Armee dieser bösartigen Gnome. Die Steuerung ist auf dem Controller der Xbox 360 optimal gelöst. Der linke Analog-Stick lenkt den Overlord, der rechte dirigiert die Schergen. Kommandos zum Angriff sind nicht nötig, die possierlichen Kerlchen fallen von selbst über alles her, was ihnen unter die Klauen kommt. Vier verschiedene Schergen-Rassen gibt es, von denen bis zu 50 gleichzeitig kommandiert werden können. Das Kombinieren der individuellen Fähigkeiten von Kämpfern, Feuermagiern, Heilern und Meuchelmördern ist dabei der Schlüssel zum Lösen komplexer Puzzles

Der Turm des Bösen ist die Basis des Overlords. Mit einem zoologischen Verlies für alle Monsterarten, einer Schmiede für neue Waffen, Artefakte und Rüstungen sowie Haremsgemächern kann man ihn schrittweise zum optisch überzeugenden Hort des Bösen ausbauen.

Fazit: Böse sein gilt hier als fein. „Overlord“ ist dabei kein düsteres, brutales Spektakel, sondern ein sich selbst nicht ernst zu nehmendes und herrlich groteskes Spieleerlebnis. Wer den „Herrn der Ringe“ sah und sich dachte, er würde die Unterdrückung von Mittelerde besser hinbekommen als Sauron, der ist hier richtig.

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Beverly Hills, 90210

 

Drei Strandnixen aus der Beverly-Hills-Kult-Clique der 90er: Kelly (Jennie Garth), Brenda (Shannen Doherty) und Donna (Tori Spelling).

Fernseh-Serien auf DVD verzeichnen das stärkste Wachstum innerhalb des Heimkino-Markts und gehören zu den beliebtesten und erfolgreichsten Produkten der Filmindustrie. Paramount Home Entertainment präsentierte jetzt Box-Sets zweier Kultserien.

4400 Menschen verschwinden und tauchen Jahre später plötzlich wieder auf – ohne auch nur einen Tag gealtert zu sein und ohne Erinnerung daran, was mit ihnen geschehen ist. Die Rückkehrer verfügen jedoch alle über übernatürliche Fähigkeiten, die auf eine bestimmte Aufgabe deuten. Die Ermittler Tom Baldwin und Diana Skouris erhalten den Auftrag, jeden einzelnen Fall zu untersuchen. Schon bald können sie die Vermutung ausschließen, dass Außerirdische die Entführer waren. Die Gründe für das Verschwinden und die Rückkehr der 4400 liegen in der Zukunft der Menschheit.

Paramount Home Entertainment präsentiert mit der dritten Staffel von „4400“ wieder puren Nervenkitzel auf vier DVDs. Die für drei Emmys nominierte Erfolgsserie aus den USA wurde von Francis Ford Coppola produziert.

„Beverly Hills, 90210“ wurde in den Neunzigern zum Kult. Zum ersten Mal auf DVD, enthält die aus sechs Disks bestehende Collection von Paramount alle 22 Episoden der ersten Season inklusive des Pilotfilms und der Original-Musik auf der deutschen Tonspur.

Die Serie dreht sich um die Teenie-Zwillinge Brenda (Shannen Doherty) und Brandon Walsh (Jason Priestley), die mit ihren Eltern von Minnesota ins mondäne Beverly Hills ziehen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass auch die reichen Kids ihre Probleme haben und mit Schulstress, Beziehungsdramen sowie dem ganz alltägliche Strapazen von Jugendlichen zu kämpfen haben.

Teenie-Kitsch für die einen, Zeitgeist für die anderen. Es steht fest, dass Paramount Home Entertainment vielen Fans mit der Veröffentlichung dieser Box einen lang gehegten Wunsch erfüllt hat.

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Call of Juarez (Xbox 360)

 

Spiel mir das Lied vom Tod – auf der Xbox 360.

Duelle, Schießereien, Prügeleien im Saloon und ein paar nette Explosionen – der Wilde Westen ist ein idealer Hintergrund für ein atmosphärisch dichtes Ballerspiel. Im Sommer 2006 präsentierte Ubisoft den Shooter „Call of Juarez“ für den PC. Jetzt folgt die Version für die Xbox 360: Ein „Spiel mir das Lied vom Tod“ für Konsoleros, entwickelt vom polnischen Studio Techland.

Neben den bereits erwähnten Schießereien und Schlägereien braucht der Software-Italo-Western natürlich noch einen düsteren Rächer und eine tragische Basis-Story. „Call of Juarez“ präsentiert diese Story sogar aus zwei Sichtweisen.

In der Solo-Kampagne übernimmt der Spieler die Rolle von zwei gegensätzlichen Charakteren, die jeweils über unterschiedliche Waffen und Kampfstile verfügen. Der junge Taugenichts Billy hat auf Grund der ewigen Streitereien mit seinem ruppigen Stiefvater die heimischen Gefilde verlassen und will zum Startzeitpunkt der Spiel-Story nach Jahren wieder mal daheim vorbeischauen. Doch dort erwarten ihn nur Tod und Schrecken, er findet seine Familie ermordet vor.

Genau zu diesem Zeitpunkt trifft Protagonist Nummer zwei auf der Bühne des Geschehens ein. Reverend Ray, der Bruder von Billys Stiefvater und zudem ehemaliger Revolverheld, widmet sich zwar mehr der Bibel als dem Colt, doch als er seinen Bruder und dessen Frau ermordet sieht, wird er zum düsteren Rächer. Leichen pflastern fortan seinen Weg. Pech für Billy, denn der schießwütige Reverend hält ihn für den Mörder und ist deshalb hinter ihm her.

Der Ruf des Juarez hat sich im Vergleich zur PC-Vorlage verändert. Grafik und Physik, darunter auch die extrem schwierige Simulation eines um sich greifenden Feuers, wurden deutlich verbessert. „Call of Juarez“ ist einer der originellsten Shooter der letzten Jahre, der die Stärken der Xbox 360 voll ausnutzt.

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Rainbow Six Vegas (PlayStation 3)

Einsatz in Las Vegas: Das Rainbow-Team kämpft in Hotels und Casinos.

„Rainbow Six Vegas“ war bereits auf der Xbox 360 und dem PC ein Hit und wurde von der Academy of Interactive Arts and Science zum Egoshooter des Jahres 2006 gekürt. Ubisoft präsentierte jetzt die Version für die teuerste aller Next-Generation-Konsolen, und auch auf der Playstation 3 ist die Terroristenbekämpfung mitten in Las Vegas ein wuchtiges Erlebnis.

Ein Anti-Terror-Team räumt in Las Vegas auf. Anführer und Aufklärungsexperte Logan Keller wird vom Spieler direkt gesteuert. Mit zum Team gehören noch Michael Walter, Experte für schweres Geschütz und Sprengungen, und Jung Park, Spezialist für Kriegsführung aus langer Distanz sowie Elektronik. Auch auf der PS3 ist die Mischung aus Taktik und Action optimal gelungen, nie wurde der Häuserkampf derart perfekt simuliert. Playstation-3-Spieler werden allerdings mit einem Kuriosum konfrontiert: Sie müssen die Auflösung in den Grundeinstellungen auf 720p herunterregeln. In 1080i sieht Rainbox Six Vegas matschig und verschwommen aus.

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Saints Row, Hour of Victory (Xbox 360)

Wer sich in San Andreas, Vice City, Liberty City – generell im Grand-Theft-Auto-Universum – auskennt, wird sich auch in Stillwater wohlfühlen.

Es begann mit dem Film „Der Soldat James Ryan“. Das Weltkriegs-Drama mit Tom Hanks in der Hauptrolle verlegte den Blickwinkel des Zuschauers mitten in die historischen Schlachtfelder beim Sturm auf die Festung Europa. Derart intensiv und geradezu visuell schmerzhaft hatte noch kein Film vorher den Ansturm auf die Strände der Normandie gezeigt.

Der Software-Markt griff dieses Novum auf: Die „Call of Duty“-Reihe gab dem Spieler ebenfalls das Gefühl, er sei mit seinen Einsätzen ein Rädchen in der riesigen Kriegsmaschine um ihn herum. Das war ein Fortschritt in Sachen Logik und Struktur, denn in früheren Weltkriegs-Shootern, beispielsweise der „Medal of Honor“-Serie, hatte man den Eindruck, komplette Regimenter im Alleingang zerlegen zu müssen.

„Hour of Victory“ von Midway geht erfreulicherweise ebenso wie „Call of Duty“ einen anderen Weg. Der First-Person-Shooter versetzt den Spieler wahlweise in die Rolle eines britischen SAS-Commando-Soldaten, eines US-Army-Rangers oder eines OSS-Geheimagenten. Je nach Charakterwahl können die einzelnen Levels auf unterschiedliche Arten bewältigt werden: Wer will, kann schleichen statt ballern. Alle Fahrzeuge vom Jeep bis zum Panzer können genutzt werden. Fans atmosphärisch dichter Shooter sollten ein Probespiel riskieren.

Manchmal hat man selbst eine gute Idee, setzt diese um und hat Erfolg. Manchmal sieht man eine gute Idee, mit der ein anderer Erfolg hatte, gibt dieser einen eigenen Dreh und macht ein neues Produkt daraus. „Plagiat“ ist dafür ein zu hartes Wort, denn auch wenn Rockstar mit der Grand Theft Auto-Reihe das freie, nicht lineare Spielen in einer virtuellen 3D-Stadt revolutioniert hat, kann sich auch die Konkurrenz dieses Spielprinzips bedienen. Das hat THQ getan und mit „Saints Row“ ein technisch wie strukturell höchst unterhaltsames Action-Spektakel abgeliefert, das gerade in der günstigeren Classics-Version erhältlich ist.

Man hat es nicht leicht als „Gangsta“ in Stillwater. Quasi hinter jeder Ecke wartet jemand mit einer dicken Knarre. GTA-erfahrene Spieler finden sich sofort zurecht: In der 3D-Stadt kann der Spieler seine Figur ohne Grenzen oder Einschränkungen zu Fuß oder in einem natürlich geklauten Auto steuern und durch das Betreten markierter Schaltflächen Haupt- oder Nebenmissionen auslösen. Das Ziel: Die gesamte Stadt soll nach und nach zum Revier der eigenen Gang werden. Der Nebeneffekt: Schießereien, Explosionen, Verfolgungsjagden, Autorennen. „Saints Row“ verbindet bombastische Grafik – die Explosionen sind wirklich beeindruckend – mit einer unterhaltsamen Struktur. Bis zur Veröffentlichung von GTA IV sind Action-Fans in Stillwater gut aufgehoben.

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Klassiker als Special Editions auf DVD

 

Ein Preis für den Schleifer: Louis Gossett Jr. (rechts) erhielt für seine Darstellung des Artillery Sergeant Foley in „Ein Offizier und Gentleman“ den Oscar als bester Nebendarsteller. 

Die DVD ist wie geschaffen für die zeitgemäße Präsentation von Klassikern. Das alte Filmmaterial wird digitalisiert, der Sound erhält ein Surround-Format: So werden auch Filme, die bereits mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel haben, zu Krachern eines Heimkino-Abends – immer vorausgesetzt, die Filmgesellschaft ist gewillt, in diese Art des Digital-Recyclings ordentlich zu investieren.

Paramount zeigt mit seinen Special Collectors Editions, wie es geht: Zwei Blockbuster der 80er sind auf diese Weise wieder auferstanden. „Die Glücksritter“ (Trading Places) mit Dan Aykroyd und Eddie Murphy und „Ein Offizier und Gentleman“ (An Officer and a Gentleman) mit Richard Gere und Debra Winger. Beide Editionen umfassen zwei DVDs, auf denen neben den visuell und akustisch sehr ansehnlichen Hauptfilmen wirklich sehenswerte Extras präsentiert werden.

„Die Glücksritter“ war 1983 ein mehrfacher Glücksgriff. Der Film ist eine komische, aber auch bitterböse Gesellschaftssatire, in der zwei steinreiche Börsenmagnaten eine Wette abschließen – um einen Dollar. Gegenstand der Wette: Die Transformation eines hoffnungsvollen jungen Business-Löwen aus guter Familie in ein drogensüchtiges kriminelles Wrack und der Umbau eines Straßengauners ohne Manieren in einen erfolgreichen Geschäftsmann.

Dan Aykroyd, genialer Komiker und einer der beiden Blues Brothers, spielte den Business-Löwen. Der damals noch weitgehend unbekannte Eddie Murphy, nur einmal positiv aufgefallen in Walter Hills „Nur 48 Stunden“, gab den Straßengauner. Mittendrin kam noch Jamie Lee Curtis dazu, die damals als „Scream Queen“ tief in der Horror-Schublade steckte.

Dabei heraus kam ein grandioses Filmerlebnis, das auch heute noch beste Unterhaltung bietet. Und hier kommt die Special Collectors Edition von Paramount ins Spiel.

Fans, die den Film vor 25 Jahren gesehen haben, werden sich über die Extras freuen. Die Schauspieler und auch der Regisseur blicken aus heutiger Sicht auf ihr Werk zurück. Regisseur John Landis (von ihm stammen auch die Blues Brothers und der Comedy-Horror „American Werewolf“) gibt grinsend zu, dass er den Trick, mit dem Aykroyd und Murphy die beiden Magnaten am Filmende an der Börse ruiniert haben, bis heute nicht verstanden hat. Der Zuschauer, dem es ebenso geht, wird durch ein Börsen-Special erleuchtet.

Wesentlich melodramatischer kam 1982 „Ein Offizier und Gentleman“ daher. Richard Gere meldet sich freiwillig zur Fliegerschule der US Navy und wird von seinem Ausbilder, Louis Gossett Jr. in seiner besten Rolle, von einem verantwortungslosen Penner zum Anführer geschliffen.

Dieser Film polarisierte: Die Meinungen reichten von „typische Hollywood-Schnulze“ bis zu „romantisches Drama“. Wie auch immer: „Ein Offizier und Gentleman“ war nominiert für sechs Oscars und erhielt zwei – einen für Louis Gossett Jr. als bester Nebendarsteller und einen für den Titelsong „Up were we belong“, gesungen von Jennifer Warnes und Joe Cocker.

Auch wenn viele Damen empört protestieren werden – Louis Gossett Jr. bot die bei weitem beste und interessanteste schauspielerische Leistung dieses Films. Mitreißend spielte erden knallharten Schinder, der sich am Ende als gerissener psychologischer Taktiker entpuppt.

Die auch hier hervorragenden Extras beleuchten diese Rollen intensiv. Louis Gossett Jr. wurde von Lee Ermey auf seine Rolle vorbereitet. Ermey ist eine Legende: Er gehörte als Soldat dem Marine Corps an, wurde aber als Schauspieler unsterblich, indem er in Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ in bis heute unerreicht glaubwürdiger Weise einen Ausbilder, Gunnery Sergeant Hartman, spielte.  

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