Stranglehold (Xbox 360)

Er schießt und trifft in allen Lagen: Chow Yun-Fat alias Inspektor Tequila.

Es war einmal ein Mann, ein Polizist sogar, der auszog, um gegen das Böse in der Welt anzutreten. Ausgerüstet war er lediglich mit einer aufrechten Gesinnung, überdurchschnittlicher Beweglichkeit, hervorragenden Reflexen und zwei Pistolen, mit denen er umzugehen verstand wie einst Stradivari mit einer Geige.

Die Geschichte von Inspektor Yuen, Spitzname Tequila, revolutionierte 1992 das Genre des Action-Kinos: „Hard Boiled“ hieß der Film des Hongkong-Regisseurs John Woo. Erzählt wurde Tequilas Rachefeldzug gegen die Drogenkartelle Hongkongs. Die Art und Weise, in der Tequila Rache nahm, war damals völlig neu und prägte bis heute zahllose Nachfolger. Der Inspektor ballerte aus allen Lagen. Stehend, fallend, rutschend, kniend, liegend, fliegend, in realer Zeit oder auch in Superzeitlupe. In der ungeschnittenen Hongkong-Version des Klassikers werden 307 tote Gegner gezählt.

Dieser Hintergrund lässt es auf den ersten Blick schwierig erscheinen, einen Film zu mögen oder auch nur zu akzeptieren, der sich lediglich um kunstvoll-artistische Methoden dreht, Menschen zu erschießen. Noch schlimmer ist es – scheinbar – mit „Stranglehold“, dem jetzt von Midway präsentierten Spiel zum Film, denn hier übernimmt der Spieler natürlich Tequilas Rolle und ballert selbst. Zu viel Gewalt? Der Schöpfer des Films, Regisseur John Woo, war auch an der Produktion des Spiels beteiligt. Er sagt dazu: „Die gezeigte stilisierte Gewalt war niemals dafür gedacht, wörtlich genommen zu werden. Es ist ein Stilmittel, sehr bunt, abstrakt und genau choreographiert. Diese Tradition geht zurück auf die Peking-Oper und die Kampfkunst-Filme des Chang Cheh.“

Die Mechanismen des Jugendschutzes griffen in Deutschland sofort. Die EU-Version des Spiels wurde indiziert und darf nicht mehr öffentlich beworben oder verkauft werden. Diese Beschränkung gilt jedoch nicht für die deutsche Verkaufsversion, die grafisch drastisch geschnitten wurde. Sie ist für alle erwachsenen Spieler frei erhältlich, und auf diese Version bezieht sich auch unser Test.

„Stranglehold“ ist eine inhaltliche Fortsetzung von „Hard Boiled“. Midway Games und John Woo haben es geschafft, den Spieler in das Baller-Ballett zu integrieren. Dabei heraus kam eine Baller-Orgie, die funktioniert. Chow Yun-Fat, man erkennt ihn auch im Spiel sofort, bewegt sich wie im Film. Aus allen Lagen ballert er auf die wacker anstürmenden Gegnerhorden, deren Anzahl schnell ins Abstruse abgleitet. Doch das ist normal für ein Ballerspiel.

Zwei Pluspunkte heben „Stranglehold“ aus der Masse heraus. Die Massive-D-Physik-Engine macht es möglich, die gesamte Level-Architektur in ihre Einzelteile zu zerlegen. Das macht so viel Spaß, dass man gelegentlich tatsächlich die Gegner vergisst. Dazu kommt die vom Klassiker „Max Payne“ eingeführte Zeitlupenfunktion, hier heißt sie „Tequila Time“. Alles bewegt sich einige Sekunden lang unendlich langsam, der Spieler kann in Ruhe zielen. Ein echter Vorteil, wenn man zehn Gegnern auf einmal gegenübersteht.

„Stranglehold“ erscheint für den PC und die Next-Generation-Konsolen. Technik, Struktur und Gameplay sind in Ordnung – ebenso wie die Entscheidung, Baller-Mann Tequila nur auf erwachsene Spieler loszulassen.

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Ratatouille (PC)

Was hat die Ratte in der Küche verloren?

Remy träumt davon, ein berühmter Koch zu werden. Seine Leidenschaft für erstklassige Speisen hat ihn auch zum Experten für die Zubereitung derselben werden lassen. Dennoch hat Remy keine besonders guten Karten für eine Karriere in der Küche. Denn er ist eine Ratte.

Es gibt Cineasten, die behaupten, „Ratatouille“ sei der bisher lustigste Film der Animations-Spezialisten von Disney/Pixar. Das wäre ein großes Kompliment, schließlich haben die Computer-Filmer bereits Kassen-Knüller wie „Toy Story“ und „Findet Nemo“ fabriziert. THQ hat passend zum Film ein Jump-and-Run-Spiel veröffentlicht, das vor allem kleinen Fans des Films die Chance gibt, das im Kino erlebte Abenteuer im Spiel wieder aufzunehmen.

„Ratatouille“ erscheint für alle Plattformen vom PC über die Next-Generation-Konsolen bis zu den Handhelds. Das Spiel präsentiert fünf gewaltfreie und familienfreundliche Welten, mehr als 20 Mini-Spiele und Kopf-an-Kopf-Rennen. Das wird den Hardcore-Gamer noch nicht einmal zu einem Gähnen veranlassen, aber im Bereich der auch für kleine Kinder geeigneten Computerspiele ragt „Ratatouille“ ebenso wie Ubisofts „Könige der Wellen“ (Test vom 11. Oktober) heraus.

Das Spiel erzählt den Film nicht nach, sondern leiht sich nur einige Kernpassagen für die Jump-and-Run-Elemente. Die Mini-Games und Rennpassagen sind auf dem PC besser umgesetzt als auf der Konsole, allerdings ist die Grafik der Xbox-360-Variante wesentlich näher am Film dran. Das Gameplay der Sprung- und Rennsequenzen sowie der Geschicklichkeitseinlagen ist auch für Kinder leicht erlernbar.

Wenn man „Ratatouille“ einen Vorwurf machen könnte, dann den, dass es zu kurz und zu simpel gestrickt ist, um Erwachsene länger zu unterhalten. Doch für Kinder ist es ein sehr gutes Spiel, mit dem sie den Film wieder erleben können. Wer damit zufrieden ist, sollte sich für die PC-Version entscheiden, denn sie bietet das beste Gameplay.

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Könige der Wellen (PlayStation 3)

 

Kennen Sie den „Reggie-Belafonte-Big-Z-Memorial-Surf-Cup“? Nein? Kein Wunder. Dieser Höhepunkt der Wellenreiter-Saison wird in der Brandung rund um Pin Gu Eiland ausgetragen. Nicht Menschen stehen auf den Brettern, sondern Pinguine – und ein Huhn.

„Könige der Wellen“ ist ein Animations-Kinohit, und parallel zum Film überfluten die entsprechenden Spiele alle Plattformen. Insbesondere auf den Next-Generation-Konsolen präsentiert Ubisoft ein professionelles Stück Software mit einem hohen Unterhaltungswert – garantiert familientauglich und gewaltfrei. Auf der Playstation 3 sehen die Aktionen des Teenie-Pinguins Cody Maverick im Kampf gegen seinen Erzfeind, den neunmaligen Champion Tank Evans, wirklich gut aus.

„Könige der Wellen“ präsentiert sich als Surf- und Extremsportspiel. Jedes Jahr treffen sich Surfer aus der ganzen Welt, um alles für Ruhm und Ehre zu riskieren. Der Spieler schlüpft in die Rolle seines Lieblingscharakters. Vier sind bereits von Beginn an verfügbar, sechs weitere können freigespielt werden.

Auf dem Surfbrett geht es um lässige Tricks, das Sammeln von Extras und die Beherrschung der „Röhre“. Dieser Wassertunnel ist der Traum aller Surfer. Jeder Surfer verfügt über individuelle Attribute, die mit speziellen Boards noch verstärkt werden können. Der Mehrspielermodus bietet Kopf-an-Kopf-Rennen im Splitscreen.

Die Playstation 3 stellt mit diesem Spiel unter Beweis, dass sie mehr als genug Power unter der Haube hat, um ein Animationsspektakel in ein Spiel zu verwandeln. Cody, Chicken Joe und die anderen Charaktere wirken ebenso abgedreht wie auf der Kinoleinwand. Das macht „Könige der Wellen“ zu einem idealen Spiel für kleine Kinofans, die den Film gerne zuhause weiterspielen wollen. Dazu passt auch der sehr moderate Schwierigkeitsgrad, der erwachsene Surfer unterfordert. Die Wellen sind zwar bombastisch, aber auch recht statisch – kein Vergleich zu ultra-realistischen Simulationen wie „Virtua Skipper 5“. Die Steuerung hat man schnell im Griff, ein ausführliches Tutorial hilft dabei. Im Wellenkanal, der Königsdisziplin, sind schnelle Reaktionstests gefragt, um hohe Punkte zu kassieren. Hindernisse aller Arten und Größen bieten Abwechslung auf den Strecken.

Die Story in Kurzfassung: Cody Maverick ist ein junger, aufstrebender Surfer aus Buenos Eisig in der Antarktis. Cody träumt nur vom Surfen, und so reist er per Anhalter mit dem Wal des mit Koffein voll gepumpten Küstenvogels Mike Abromowitz nach Pin Gu Eiland, um am großen Surf-Cup teilzunehmen. Unterwegs begegnet er Chicken Joe, einem Surf-Fanatiker, der in seiner Heimat Wisconsin auf den großen Seen surfen lernte.

Kaum sind Cody und Joe am Ziel, verliebt sich der Teenie-Pinguin in die Rettungsschwimmerin Lani Aliikai und macht die Bekanntschaft des Königspinguins und neunfachen Champions Tank „Ich mach‘ dich platt“ Evans, der ihn in einem ersten Match haushoch schlägt. Codys Kampf um die richtige Philosophie, das passende Brett und die perfekte Welle enden schließlich mit dem entscheidenden Match gegen Tank Evans.

Fazit: „Könige der Wellen“ ist kein Langzeit-Motivator, aber eine saubere und höchst unterhaltsame Umsetzung des Films – die passende Software für Familien-Abende im Wohnzimmer. Die starke Aufmachung und einfache Handhabung des Spiels machen es möglich, sich sofort in die virtuellen Wellen zu stürzen.

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Stuntman: Ignition (Xbox 360)

 

Es kracht und donnert in den Stunt-Sequenzen: Timing ist äußerst wichtig. 

„Stuntman“ war einer der frühen Titel auf der Playstation 2 und ist bis heute einer der interessantesten. Der Spieler übernahm die Rolle eines Stunt-Fahrers und musste nach den Anweisungen eines virtuellen Regisseurs waghalsige Manöver in Action- und Katastrophenfilmen fahren. THQ präsentiert jetzt mit „Stuntman: Ignition“ eine Neuauflage dieses Prinzips, die auf der Xbox 360 sehr gut aussieht und langfristig motiviert.

Das Gameplay ist einfach: Der Spieler fährt mit einem Wagenpark vom Motorrad über den Geländewagen bis zum Muscle Car eine mehrere Minuten lange Szene eines Films ab. Während er fährt, projiziert der Regisseur die einzelnen Stunts auf das Visier des Fahrerhelms: Durchbrich den Zaun, ramme dieses Auto, weiche dem Truck aus, spring über den Abgrund, krache in die Häuserwand. Um eine Szene erfolgreich zu absolvieren, muss eine bestimmte Anzahl dieser Stunts funktionieren. Bei zu vielen Fehlschlägen bricht der Regisseur ab. „Stuntman: Ignition“ umfasst sechs Filme, die nacheinander frei geschaltet werden. Hat man einen Film abgedreht, sieht man zur Belohnung einen kinoreifen Trailer mit aufwändigen Rendersequenzen.

Wer zuviel Realismus und zu wenig Action befürchtet, muss sich keine Sorgen machen. Denn glücklicherweise kann von Realismus keine Rede sein. Schon der erste Film „Aftershock“, ein typischer Katastrophenfilm inklusive Vulkanausbruch und Erdbeben, schickt den Spieler durch eine Hölle aus strömender Lava, zerbröselnden Straßen und Brücken, explodierenden Autos und herunter donnernden Meteoriten. Um die dazu notwendige Tricktechnik muss der Stuntman sich nicht kümmern, sie ist einfach da. Timing und genaue Streckenkenntnis sind nötig, um den Ansprüchen des Regisseurs zu entsprechen. Mit der Zeit werden die Stuntsequenzen länger und schwieriger, zehn oder mehr Wiederholungen werden dann nötig sein. Trotzdem: „Stuntman: Ignition“ macht Spaß und fördert die Adrenalin-Ausschüttung.

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Dr. House

 

Mediziner und Menschenfeind: Dr. House (Hugh Laurie). 

Arztserien – es gibt sie wie Sand am Meer. Die Liste beginnt mit leichter Kost wie Dr. Stefan Frank und der Schwarzwaldklinik. Sie umfasst außerdem die gut inszenierten täglichen Dramen in US-Krankenhäusern und deren Notaufnahmen, hier steht „Emergency Room“ an der Spitze der Beliebtheitsskala. Dann gibt es noch die Ulknudeln in „Scrubs“. Doch ein Film-Mediziner steht unangefochten ganz oben – obwohl oder gerade weil er seine Patienten und Mitarbeiter wie etwas behandelt, das hartnäckig am Boden seiner Mülltonne festklebt. Wenn Dr. House Sprechstunde hat, sind alle anderen Fernseh-Weißkittel abgemeldet. Die Untaten und genialen Diagnosen des menschenfeindlichen Mediziners gehören in jedes Heimkino-Archiv. Universal hat die ersten beiden Staffeln bereits veröffentlicht.

Dr. Gregory House, großartig gespielt vom Briten Hugh Laurie, ist ein völlig kaputter Typ. Er humpelt am Stock und ist abhängig von Schmerzmitteln, da ein früheres Blutgerinnsel falsch behandelt worden ist. Seine Umgangsformen zu Kollegen, Vorgesetzten, Mitarbeitern und Patienten sind, vorsichtig formuliert, äußert krass. Zynisch, beleidigend, herablassend, verletzend und gnadenlos macht er jeden fertig, der das Pech hat, in seine Nähe zu kommen. Er hält es für sinnlos, direkt mit Patienten zu sprechen – es sei denn, ihm ist danach, sie ein wenig zu quälen. Furchtbare Diagnosen bringt er den Leuten nicht schonend bei, sondern rotzt sie ihnen ins Gesicht.

Wer würde ein solches Monster als Arzt arbeiten lassen? Nun, so ziemlich jeder. House ist der beste Diagnostiker des Planeten. Er erkennt Zusammenhänge, die keiner sieht. Er versteht Struktur und Verlauf einer Erkrankung besser als das Virus, das sie verursacht. Er macht die Patienten gnadenlos fertig, aber er rettet ihr Leben. Die Bühne für die Untaten des Dr. House ist das fiktive Princeton Plainsboro Hospital in New Jersey. Dort leitet er die Abteilung für Diagnostische Medizin. Jede einzelne Folge der Serie hat den gleichen und absolut vorhersehbaren Verlauf: Irgendjemand bricht zusammen, fängt an zu bluten oder kollabiert auf eine andere Weise. Der Exitus droht, es herrscht allgemeine Ratlosigkeit. Dr. House und sein Team sind gefragt. Die Interaktionen dieses Quartetts sind komischer als „Scrubs“ und echter als „Chicago Hope“.

Drei Spezialisten arbeiten für House: der farbige Neurologe Foreman, die bildschöne Immunologin Cameron und der schleimige Intensivist Chase. Die Wortgefechte während der Differential-Diagnosen sind Meisterwerke der Drehbuch-Kunst: Foreman immer aggressiv und bissig, Chase eifrig, bemüht und, nun ja, schleimig, Cameron engagiert, mitfühlend, menschlich. Edel sei die Frau, hilfreich und gut. Ein ideales Opfer. Sie muss dermaßen viel einstecken, dass sie gegen Ende der ersten Staffel kündigt. Glücklicherweise nur vorübergehend.

Nach jeder Folge wundert sich der Zuschauer, wie variantenreich der menschliche Organismus erkranken kann. In der Sprechstunde von Dr. House ist es mit Blinddarm-Entzündungen nicht getan. Ein Supermodel muss erfahren, dass es hormonell gesehen eigentlich ein Mann ist. Ein todkranker Student findet heraus, dass der Glücksbringer, den sein Vater ihm geschenkt hat, radioaktiv ist. Ein kleiner Junge, der ständig Außerirdische sieht, wird belehrt, dass sein Dasein das von Zwillingen ist, die in einem Körper wohnen. House findet alles heraus. Wenn er sich mal zu normalen Patienten mit diagnostisch gesehen langweiligen Erkrankungen verirrt, sieht das so aus: „Hallo, liebe Kranke und ihre Liebsten, damit wir Zeit sparen und nachher lauter langweiliges Blabla vermeiden: Ich bin Dr. Gregory House, wenn sie wollen auch Greg. Ich bin ein gelangweilter, zertifizierter Diagnostiker mit der Spezialisierung Infektionskrankheiten und Nephrologie. Außerdem bin ich der einzige Arzt dieser Klinik, der gegen seinen Willen hier arbeiten muss. Aber keine Angst, in ihrem Fall könnte die Behandlung auch ein Affe übernehmen mit einem Fläschchen Mutrin.“

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JAG

 

Schön und gnadenlos: Marine-Major Sarah McKenzie (Catherine Bell). 

Ich mache eine neue TV-Serie, dachte sich Produzent Donald P. Bellisario Anfang der 90er. Der Mann ist nicht irgendwer. Bevor er mit Magnum (mit Tom Selleck), Airwolf und Navy CIS zu einem der erfolgreichsten Serienproduzenten aufstieg, diente er als Soldat im US Marine Corps. Die Heldenverehrung, die der Durchschnittsamerikaner dieser geradezu mythischen Teileinheit der US-Streitkräfte entgegenbringt, dürfte Bellisario zur Schaffung einer der langlebigsten US-Serien inspiriert haben. „JAG“, deutscher Zusatztitel „Im Auftrag der Ehre“, lief mit 228 Folgen zehn Jahre lang. Paramount hat die ersten beiden Staffeln als DVD-Boxen veröffentlicht.

Das Kürzel „JAG“ steht für „Judge Advocat General Corps“. Diese juristische Körperschaft ist zuständig für alle von und an Angehörigen der US Navy begangenen Rechtsbrüche und für Verstöße gegen das Seerecht. Daraus ergibt sich eine Serien-Kombination, die offenbar den Geschmack der Mehrheit traf und immer noch trifft. Anwalts-Drama trifft auf Militär-Action.

Die Protagonisten sind natürlich gnadenlos unrealistisch: Der Ex-Pilot Harmon Rabb (David James Elliot), der nach einer missglückten Nachtlandung auf einem Flugzeugträger als nachtblind diagnostiziert wurde und danach als Militär-Anwalt beim JAG anheuerte, besteht jede juristische und körperliche Auseinandersetzung mit Bravour. Seine Partnerin, Marine-Major Sarah McKenzie (Catherine Bell) ist ebenfalls stets tapfer, gut aussehend und edel. Was soll’s, so funktionieren die meisten Serien. „JAG“ zeigt als Hintergrund den milliardenschweren Abenteuerspielplatz der US Navy. Die „JAG“-Fälle spielen sich auf U-Booten und Flugzeugträgern, hinter feindlichen Linien oder bei Elite-Einheiten wie den Seals ab. Auch der Kampf gegen den Terrorismus spielt in den späteren Staffeln eine wichtige Rolle. Realistisch ist die Sache nicht, denn die Navy wird stets positiv dargestellt – schließlich sind die Drehbücher mit der Navy-Pressestelle abgesprochen. Doch unterhaltsam ist „JAG“ auf jeden Fall: leichte, gut gemachte Serien-Kost, die immer mal wieder einen Blick wert ist.

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