JAG

 

Schön und gnadenlos: Marine-Major Sarah McKenzie (Catherine Bell). 

Ich mache eine neue TV-Serie, dachte sich Produzent Donald P. Bellisario Anfang der 90er. Der Mann ist nicht irgendwer. Bevor er mit Magnum (mit Tom Selleck), Airwolf und Navy CIS zu einem der erfolgreichsten Serienproduzenten aufstieg, diente er als Soldat im US Marine Corps. Die Heldenverehrung, die der Durchschnittsamerikaner dieser geradezu mythischen Teileinheit der US-Streitkräfte entgegenbringt, dürfte Bellisario zur Schaffung einer der langlebigsten US-Serien inspiriert haben. „JAG“, deutscher Zusatztitel „Im Auftrag der Ehre“, lief mit 228 Folgen zehn Jahre lang. Paramount hat die ersten beiden Staffeln als DVD-Boxen veröffentlicht.

Das Kürzel „JAG“ steht für „Judge Advocat General Corps“. Diese juristische Körperschaft ist zuständig für alle von und an Angehörigen der US Navy begangenen Rechtsbrüche und für Verstöße gegen das Seerecht. Daraus ergibt sich eine Serien-Kombination, die offenbar den Geschmack der Mehrheit traf und immer noch trifft. Anwalts-Drama trifft auf Militär-Action.

Die Protagonisten sind natürlich gnadenlos unrealistisch: Der Ex-Pilot Harmon Rabb (David James Elliot), der nach einer missglückten Nachtlandung auf einem Flugzeugträger als nachtblind diagnostiziert wurde und danach als Militär-Anwalt beim JAG anheuerte, besteht jede juristische und körperliche Auseinandersetzung mit Bravour. Seine Partnerin, Marine-Major Sarah McKenzie (Catherine Bell) ist ebenfalls stets tapfer, gut aussehend und edel. Was soll’s, so funktionieren die meisten Serien. „JAG“ zeigt als Hintergrund den milliardenschweren Abenteuerspielplatz der US Navy. Die „JAG“-Fälle spielen sich auf U-Booten und Flugzeugträgern, hinter feindlichen Linien oder bei Elite-Einheiten wie den Seals ab. Auch der Kampf gegen den Terrorismus spielt in den späteren Staffeln eine wichtige Rolle. Realistisch ist die Sache nicht, denn die Navy wird stets positiv dargestellt – schließlich sind die Drehbücher mit der Navy-Pressestelle abgesprochen. Doch unterhaltsam ist „JAG“ auf jeden Fall: leichte, gut gemachte Serien-Kost, die immer mal wieder einen Blick wert ist.

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