Unreal Tournament 3 (PC)

 

Entwicklung: Midways Unreal-Serie gehört mit mehr als sieben Millionen verkauften Einheiten zu den beliebtesten und erfolgreichsten Shootern überhaupt. Der Ableger Unreal Tournament definierte 1999 das Thema Multiplayer neu. Unreal Tournament 3, lang erwarteter vierter Teil dieser von Epic Games entwickelten Serie, basiert auf der Unreal Engine 3.0 – der momentan leistungsstärksten Grafik-Engine überhaupt.

Inhalt: Während die früheren Tournaments die Struktur sportlicher Wettkämpfe mit schwerer Artillerie hatten, präsentiert Unreal Torunament 3 im Singleplayer-Modus zum ersten mal eine Story. Der Spieler führt eine kleine Einheit von Söldnern durch eine Kampagne und wird automatisch mit allen Spiel-Modi konfrontiert. Diese Modi reichen vom traditionellen Deathmatch über Capture the Flag bis zum neuen Warfare, einer Mischung aus Onslaught und Assault. Zwei Teams treten gegeneinander an, um den Energiekern in der feindlichen Basis zu zerstören. Achtung: Um den Solo-Modus ordentlich spielen und seine Spielstände speichern zu können, muss der Spieler sich online registrieren.

Gameplay: Wie immer sind die Matches schnell, laut und absolut unterhaltsam. Sowohl die Waffen als auch die handelnden Figuren sind bis zur Selbstironie überzeichnet. Unreal Tournament war schließlich schon immer eine Art Räuber und Gendarm, nur mit Raketenwerfern. Das Prinzip hat sich nicht geändert: Es geht darum, sich schnell zu bewegen, die Maps zu studieren, genau zu zielen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo der Gegner steht. Mehr als 40 riesige Multiplayer-Karten bieten jede Menge Herausforderungen, allein die Orientierung nach einem Respawn ist nicht immer einfach. 18 abgedrehte und grafisch überragend dargestellte Fahrzeuge wie der dreibeinige Darkwalker oder der riesige Goliath-Panzer verleihen den Gefechten zusätzlich Action.

Grafik: Bunt, detailreich, fantasievoll, bombastisch, abwechslungsreich, schön anzusehen. Epic Games holt alles aus der Unreal Engine 3.0 heraus.

Plattformen: Unreal Tournament 3 erscheint für den PC und die Playstation 3, eine Variante für die Xbox 360 ist für 2008 angekündigt.

Jugendschutz: Gewalt wird nicht verherrlicht, sondern eher karikiert. Unreal Tournament 3 ist frei ab 16 Jahren.

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Blacksite (PC)

 

Entwicklung: Blacksite macht Midways Shooter-Doppelschlag komplett. Während Unreal Tournament 3 die weltweit erwartete Fortsetzung der legendären Serie ist, soll Blacksite von Struktur und Hintergrund her eher Crysis (Electronic Arts) Konkurrenz machen. Blacksite basiert auf der Unreal-Engine.

Inhalt: In der US-Kleinstadt Rachel/Nevada wimmelt es plötzlich von bösartigen Außerirdischen. Die Versuche der Regierung, die Geschichte zu vertuschen, sind zum Scheitern verurteilt. Deshalb soll eine Spezialeinheit die Sache regeln. Die Waffen müssen sprechen. Die recht gute und an Wendungen reiche Story führt den Spieler vom Irak bis zur Area 51.

Gameplay: Blacksite folgt linear den bekannten Shooter-Strukturen. Mit MG, Schrotflinte, Scharfschützengewehr und Raketenwerfer geht die Spezialeinheit gegen die unendlichen außerirdischen Horden vor. Diese sind durchaus unterhaltsam und abwechslungsreich gestaltet. Gelegentlich trifft man auf einen Boss-Gegner überdimensionaler Größe. Ein riesiges Alien wickelt sich beispielsweise um eine Brücke und wirft sowohl mit Feuerbällen als auch mit kompletten Bussen nach dem Hubschrauber, in dem der Spieler sitzt. Das Team ist in Call-of-Duty-Manier immer an der Seite des Spielers und überlebt auch die härtesten Angriffe. Simple taktische Anweisungen – „Gehe dorthin“ oder „Öffne die Tür“ – sind möglich und oft auch nötig, denn von allein kann der Spieler noch nicht einmal eine Klotür öffnen. Die Gesundheit regeneriert sich von selbst, man braucht dafür lediglich ein paar Sekunden in sicherer Deckung. Interessant: Die Taten des Spielers wirken sich auf die Moral seines Teams aus. Trifft er genau und stürmt er konsequent, tun dies auch seine Mannen. Schießt er ständig daneben, verharren sie verzagt in der Deckung.

Grafik: Die Level-Hintergründe und vor allem die Aliens sehen sehr gut aus. Ein Teil dieser Hintergründe ist zerstörbar. Den Gesichtern der Spezialeinheit mangelt es jedoch an Beweglichkeit und Emotionalität, das geht heutzutage wesentlich besser.

Plattformen: Blacksite ist für die Xbox 360 und den PC erschienen. Eine Version für die Playstation 3 ist für 2008 geplant.

Jugendschutz: Blacksite ist frei ab 16 Jahren.

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Twin Peaks

 

Wer ermordete Laura Palmer?

Diese Frage, die ursprünglich niemals hätte beantwortet werden sollen, ist die Basis eines Fernseh-Kults, der zwar in die Jahre gekommen ist, aber einen unvoreingenommenen und offenen Film-Fan immer noch mitreißen kann. „Twin Peaks“ fesselte vor 15 Jahren Millionen von Zuschauern, verwirrte und schockierte sie.

Wer noch nie von dieser Serie gehört oder zumindest noch keine der 29 Folgen gesehen hat, sollte alles, was seit Beginn der 90er in Sachen „Mystery“ gelaufen ist, kurzzeitig wieder aus dem Gedächtnis verbannen. Denn nur dann spürt und versteht er die damals völlig innovative, surreale und dramaturgisch überzeichnete Erzählweise, die zahllose Nachahmer inspiriert hat und deshalb heute nicht mehr aus der riesigen Masse der mysteriösen übernatürlichen Krimi-Horror-Geschichten mit verschrobenen Ermittlern und nur an der Oberfläche normal scheinenden Verdächtigen herausragen würde. Aber ohne „Twin Peaks“ hätte es wahrscheinlich keine „Akte X“, kein „Lost“ gegeben.

Die „Definitive Gold Box“ von Paramount ist ein ideales Ticket für einen Erstbesuch oder eine Rückkehr in das fiktive US-Städtchen. Erstmals und exklusiv für diese Edition wurde auch die erste Staffel inklusive Pilotfilm komplett neu abgetastet und digital überarbeitet. Auf zehn Discs befinden sich alle 29 Episoden der beiden Staffeln sowie der Pilotfilm. Von Originalnegativen wurde das Bild neu abgenommen und der Ton in Dolby Digital 5.1, leider nur im englischen Original, neu abgemischt – beides persönlich freigegeben von Regisseur David Lynch. Dazu gibt es jede Menge bisher unveröffentlichtes Bonusmaterial wie beispielsweise Interviews mit den Regisseuren Stephen Gyllenhall und Tim Hunter, seltenes Archivmaterial sowie entfernte Szenen und Outtakes. Wie die Serie entstanden ist, erfährt der Zuschauer in der Spielfilm-langen Dokumentation „Geheimnisse von einem anderen Ort“ mit bisher noch nie gezeigtem Material.

Was spielt sich ab in Twin Peaks? Die Schöpfer Mark Frost und David Lynch stellten die traditionellen Gesetze der Dramaturgie und Erzählkunst auf den Kopf. Der Ausgangspunkt ist noch überschaubar: Die High-School-Schönheits-Königin Laura Palmer wird tot am See gefunden, vergewaltigt und ermordet. Agent Cooper (Kyle McLachlan) soll den Mord aufklären. Soweit alles klar? Gut. Denn ab jetzt wird es skurril, bizarr, doppelbödig, furchtbar, schockierend.

Die Handlungsstränge sind total überzeichnet, die handelnden Figuren groteske Boten des David-Lynch-Universums. Abgesehen davon ist Twin Peaks offenbar eine Hölle aus Gewalt, Korruption und Verrat, und Laura Palmer ist absolut kein unschuldiges Opfer. FBI-Ermittler Cooper hat einen schweren Stand. Im Traum flüstert ihm der Geist des Opfers den Namen des Mörders zu, an den er sich im wachen Zustand jedoch nie erinnern kann. Und dieses Pandämonium hat einen klaren Hauptdarsteller: Bob. Der Geist. Der Killer. Das Tier. Wer diesen Teufel in Aktion erlebt hat, vergisst ihn nicht wieder.

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Supreme Commander: Forged Alliance (PC)

 

Mächtig gewaltig: Im Supreme-Commander-Addon „Forged Alliance“ donnert es auf den Schlachtfeldern. 

Die Echtzeit-Strategie ist eines der erfolgreichsten Genres im Bereich der PC-Spiele und wird deshalb regelmäßig mit guten, mittelmäßigen und manchmal auch katastrophal schlechten Titeln überflutet. Das Problem: Auch die wirklich guten Produkte wie „Company of Heroes“ oder das immer wieder auferstehende „Command and Conquer“ sind alles andere als innovativ. Deshalb jubelte die Gemeinschaft der Computer-Strategen, als THQ „Supreme Commander“ präsentierte. Der erfand die Echtzeit zwar nicht neu, ließ aber dennoch Freude aufkommen.

Die Schlachtfelder umfassen mehr als 6000 Quadratkilometer. Die Anzahl der Befestigungen und Einheiten, die der Spieler steuern soll, ist ebenso enorm. Ein Angriff mit 500 Einheiten ist für „ Supreme Commander“ kein Problem.

Schon der Basisbau ist eine logistische Herausforderung, denn die Fließbandproduktion von Panzern, Schiffen und anderem Großgerät darf nicht abreißen. Die gegnerische KI ist brutal clever und erkennt taktische Schwachstellen sofort.

Die Schlachten sind ganz einfach gewaltig. Wenn Panzer, so groß wie Wolkenkratzer, sich volle Breitseiten geben, wenn eine riesige Anzahl von Einheiten übereinander herfällt, sitzt man nur noch vor dem Monitor und staunt.

THQ setzt diese Erfolgsgeschichte fort und präsentiert das selbstständig lauffähige Add-On „Forged Alliance“. Zur Erinnerung: Die „United Earth Federation“ will eine friedliche Koexistenz aller Welten und Rassen unter einer zentralen Verwaltung. Die Cyborg-Rasse der Cybrans will dagegen solo bleiben. Dazu kommen noch die Aeon: Religiöse Fanatiker, die Frieden und Freude im Universum wollen und deshalb davon überzeugt sind, zuerst alle Kriegsparteien wegputzen zu müssen. Am Ende des ersten „Supreme Commander“ tauchen die Seraphim auf, eine außerirdische Macht, die äußerst aggressiv vorgeht, die Erde zerstört und sich im Sonnensystem ausbreitet. Aus den früheren Feinden werden Verbündete, die gemeinsam gegen diese Bedrohung kämpfen.

Was bietet die „geschmiedete Allianz“? Einen Feldzug mit sechs Missionen. Das klingt nicht besonders beeindruckend, ist es aber doch. Denn jede einzelne Mission schöpft aus dem Vollen, umfasst die gesamte Truppenpalette und spielt auf riesigen, sich nach Abschluss einer Aufgabe erweiternden Karten. Das Interface wurde optimiert, die Grafik ist detailreicher, die Schlachten sind so gewaltig wie immer. Fazit: Diese Erweiterung ist rundum gelungen.

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Call of Duty 4: Champions League der Shooter

Call of Duty 4: Spezialeinheiten wie die Recon Marines oder der britische SAS bekämpfen den Terrorismus.

Entwicklung : Viel Action und intensive Gefechte – das war die Basis der ersten drei Teile der Call of Duty-Serie, die alle vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs spielten. Eine taktische Note wie in den Ubisoft-Titeln Rainbow Six Vegas und Ghost Recon Advanced Warfighter gab es nicht. Den vierten Teil verlegte das Entwicklerteam Infinity Ward in die Gegenwart. Call of Duty 4 ist nach Crysis eine der gefragtesten Titel des Spielejahrs 2007.

Inhalt : Der russische Ultranationalist Imran Zhakaev hilft dem Terroristen Khaled Al-Asad, die Kontrolle in einem fiktiven arabischen Staat zu übernehmen. Derweil herrscht in Russland ein Bürgerkrieg zwischen den Ultranationalisten und den Loyalisten. Der Spieler übernimmt zwei Rollen: Als Marine-Sergeant Paul Jackson jagt er mit einem Recon-Team den arabischen Terroristen. Als Mitglied einer der härtesten und konsequentesten Anti-Terror-Teams der Welt, des britischen Special Air Service (SAS), greift er als Sergeant „Soap“ McTavish in Russland und Aserbaidschan ein.

Grafik : Wie bereits in den ersten drei Teilen punktet Call of Duty mit einer unglaublichen Intensität. Vom Kapern eines Tankers auf einer sturmgepeitschten See bis zum Häuserkampf in der Gluthitze des Nahen Ostens versetzt der Titel den Spieler mitten in authentisch wirkende Gefechte mit hohem Adrenalinpegel, die vor einem quasi fotorealistischen Hintergrund spielen.

Gameplay : Ducken, rennen, schießen: Prinzipiell hat sich bei Call of Duty nichts geändert. Der Spieler muss, immer als Bestandteil eines Teams, Gebäude oder Objekte infiltrieren und übernehmen, eine Übermacht zurückschlagen, Operationen des Gegners verhindern. Die eigenen Leute sind immer dicht dabei, taktische Anweisungen sind jedoch auch im vierten Teil nicht möglich. Die Spielzeit ist mit etwa acht Stunden wie immer sehr kurz – aber dafür besonders intensiv.

Jugendschutz : Call of Duty 4 ist frei ab 18 Jahren.

Technik : Im Gegensatz zu Crysis ist Call of Duty 4 auch für die Xbox 360 und die Playstation 3 erhältlich. Alle Varianten glänzen mit bombastischer Soundkulisse und brillanter Grafik. Die PC-Anforderungen: CPU ab 2.4 GHz oder ab 1.8Ghz Dual Core Prozessor, 512 Megabyte RAM (768 Megabyte für Vista), ab NVIDIA Geforce 6600 oder ATI Radeon 9800Pro.

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Crysis (PC)

Crysis: Anleihen bei der klassischen Science Fiction von Alien bis Predator sind deutlich zu erkennen.

Entwicklung : Ein Spiel aus Deutschland soll zum besten Shooter der Gegenwart werden – und das weltweit. Mit diesem hohen Anspruch ging Crysis, entwickelt von Crytek in Frankfurt/Main und präsentiert vom Branchenprimus Electronic Arts, an den Start. Crysis gilt schon jetzt als Trendsetter, der deutlich macht, dass die Spiele-Branche die Musik-Branche in Sachen Umsätze bald überholen wird.

Inhalt : Die Story von Crysis gewinnt keinen Drehbuch-Oscar. Im Jahr 2020 verschwindet eine Gruppe von Archäologen auf einer von nordkoreanischen Truppen besetzten Insel. Eine US-Spezialeinheit soll die Lage klären und stößt zuerst mit den Nordkoreanern und dann mit bösartigen Außerirdischen zusammen. Die Waffen müssen sprechen.

Grafik : Crysis bietet eine virtuelle Welt mit einem Detailreichtum, den man bisher noch nie auf dem PC gesehen hat. Der extrem hohe Produktionsaufwand und auch das entsprechende Budget machen sich bezahlt. Die tropische Insel und vor allem die Eislandschaften in den höheren Levels sehen einfach atemberaubend gut aus. Die Bewegungen aller Figuren wirken echt und absolut flüssig. In den Gesichtern, aber auch im Sand und auf Wasseroberflächen sind feinste Strukturen zu erkennen.

Gameplay : In Crysis wird geballert, der Spieler muss keine taktischen Entscheidungen mit großer Tragweite treffen. Der Nanosuit, eine Art kybernetischer Rüstung, bietet jedoch interessante Kombinationsmöglichkeiten. Er liefert wahlweise übermenschliches Tempo oder Stärke oder macht den Träger für eine kurze Zeit unsichtbar. Dabei geht die Energie in den Keller, die sich aber von selbst wieder aufbaut. Die Suche nach Medi-Packs fällt damit weg. Schleichen und rennen oder volle Kraft voraus: der Spieler hat die Wahl.

Jugendschutz : Crysis ist frei ab 18 Jahren.

Technik : Alle Bilder in Crysis werden in Echtzeit gerendert. Deshalb braucht der PC Power unter der Haube: Ein Intel Core 2 Duo mit 2,2 Gigahertz oder ein AMD Athlon 64 X2 4400 werden empfohlen. Crysis ist mit einem Gigabyte RAM zwar spielbar, doch die volle Grafikpracht benötigt zwei Gigabyte. Crysis läuft sowohl unter XP als auch unter Vista. Der User kann elf Grafik-Parameter regulieren. Höchste Details in höchster Auflösung zwingen allerdings auch aktuelle PC-Boliden in die Knie.

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South Park

 

South Park spottet jeder Beschreibung. Wirklich jeder. Und gerade das macht den Wert dieser Serie aus. Elf Staffeln gibt es, mehrere hat Paramount bereits als DVD-Boxen veröffentlicht. Diese Boxen sollten einen Warnhinweis tragen: Vorsicht, noch böser und provokativer kann Satire kaum noch werden.

Wer zum ersten Mal eine der etwa 22 Minuten langen South Park-Folgen sieht, der wundert sich. Diese Art des Zeichentricks scheint von einem Haufen zugedröhnter Grafiker geschaffen worden zu sein, die den Stil der frühen 50er für das Maß aller Dinge halten.

Die Figuren sind zweidimensional, räumliche Aktionen und Umgebungen existieren nicht, und alle Details sind extrem vereinfacht. Gerüchte besagen, dass die South Park-Väter Matt Stone und Trey Parker diesen Stil während ihrer Studienzeit tatsächlich eher aus Hilflosigkeit und zeichnerischem Unvermögen geprägt haben.

Doch bis heute hat South Park diesen seltsamen, doch unverwechselbaren Look. Der übrigens wäre das geringste Problem eines unschuldigen Zuschauers, der ab 1997 ahnungslos beim Zappen auf Viva oder MTV hängen bleibt und zu nächtlicher Stunde dort auf South Park stößt.

Dieser Zuschauer wird Zeuge der Abenteuer von vier Jungs, acht oder neun Jahre alt, im fiktiven Bergwerksstädtchen South Park in Colorado. Jetzt könnte man fragen: Vier Kinder? Zeichentrick? Woher soll denn in einem derartigen Szenario die Satire kommen? Doch Kyle, Stan, Kenny und der fette Cartman haben Dinge auf Lager, die man von realen Kindern tunlichst fernhalten sollte. Kenny zum Beispiel stirbt in jeder einzelnen Folge der ersten fünf Staffeln, und zwar immer auf äußerst skurrile Weise. In der nächsten Folge ist er wieder da. Stans Ausruf „Oh mein Gott, sie haben Kenny getötet“ und Kyles Antwort „Ihr Schweine“ sind feste Bestandteile des South Park-Kults.

Der unschuldige Zuschauer hat noch mit wesentlich mehr zu kämpfen als mit Kennys regelmäßigem Ableben. Heikle und polarisierende gesellschaftliche Themen werden satirisch und total überzeichnet präsentiert. Fremdenhass, Armut, Isolation, Terrorismus sind in South Park zuhause, und im bisher einzigen South Park-Film wird die Hölle von einem schwulen Satan und seinem Lover Saddam Hussein regiert.

South Park hat bis heute nicht weniger als sieben Emmys erhalten und erntete viel Lob für die vermittelnde Aufarbeitung schwieriger gesellschaftlicher Problemstellungen. Trotzdem gab und gibt es natürlich Kontroversen. Die Mischung aus aggressivem Humor und politischen Themen ist in den USA purer Zündstoff.

Tom Cruise stoppte 2006 in Großbritannien eine Folge, in der er selbst auftritt und in der es um die Scientology-Sekte geht, deren bekennender Anhänger er ist.

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