South Park

 

South Park spottet jeder Beschreibung. Wirklich jeder. Und gerade das macht den Wert dieser Serie aus. Elf Staffeln gibt es, mehrere hat Paramount bereits als DVD-Boxen veröffentlicht. Diese Boxen sollten einen Warnhinweis tragen: Vorsicht, noch böser und provokativer kann Satire kaum noch werden.

Wer zum ersten Mal eine der etwa 22 Minuten langen South Park-Folgen sieht, der wundert sich. Diese Art des Zeichentricks scheint von einem Haufen zugedröhnter Grafiker geschaffen worden zu sein, die den Stil der frühen 50er für das Maß aller Dinge halten.

Die Figuren sind zweidimensional, räumliche Aktionen und Umgebungen existieren nicht, und alle Details sind extrem vereinfacht. Gerüchte besagen, dass die South Park-Väter Matt Stone und Trey Parker diesen Stil während ihrer Studienzeit tatsächlich eher aus Hilflosigkeit und zeichnerischem Unvermögen geprägt haben.

Doch bis heute hat South Park diesen seltsamen, doch unverwechselbaren Look. Der übrigens wäre das geringste Problem eines unschuldigen Zuschauers, der ab 1997 ahnungslos beim Zappen auf Viva oder MTV hängen bleibt und zu nächtlicher Stunde dort auf South Park stößt.

Dieser Zuschauer wird Zeuge der Abenteuer von vier Jungs, acht oder neun Jahre alt, im fiktiven Bergwerksstädtchen South Park in Colorado. Jetzt könnte man fragen: Vier Kinder? Zeichentrick? Woher soll denn in einem derartigen Szenario die Satire kommen? Doch Kyle, Stan, Kenny und der fette Cartman haben Dinge auf Lager, die man von realen Kindern tunlichst fernhalten sollte. Kenny zum Beispiel stirbt in jeder einzelnen Folge der ersten fünf Staffeln, und zwar immer auf äußerst skurrile Weise. In der nächsten Folge ist er wieder da. Stans Ausruf „Oh mein Gott, sie haben Kenny getötet“ und Kyles Antwort „Ihr Schweine“ sind feste Bestandteile des South Park-Kults.

Der unschuldige Zuschauer hat noch mit wesentlich mehr zu kämpfen als mit Kennys regelmäßigem Ableben. Heikle und polarisierende gesellschaftliche Themen werden satirisch und total überzeichnet präsentiert. Fremdenhass, Armut, Isolation, Terrorismus sind in South Park zuhause, und im bisher einzigen South Park-Film wird die Hölle von einem schwulen Satan und seinem Lover Saddam Hussein regiert.

South Park hat bis heute nicht weniger als sieben Emmys erhalten und erntete viel Lob für die vermittelnde Aufarbeitung schwieriger gesellschaftlicher Problemstellungen. Trotzdem gab und gibt es natürlich Kontroversen. Die Mischung aus aggressivem Humor und politischen Themen ist in den USA purer Zündstoff.

Tom Cruise stoppte 2006 in Großbritannien eine Folge, in der er selbst auftritt und in der es um die Scientology-Sekte geht, deren bekennender Anhänger er ist.

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