Risen steht drauf, Gothic ist drin

Auf „Risen“ hat die Welt gewartet, und zwar nicht in ihrer besten Laune. Als der deutsche Entwickler Piranha Bytes 2006 das Rollenspiel „Gothic 3“ vollkommen unfertig und von Fehlern auf allen Ebenen geradezu durchlöchert ablieferte, war die Hölle los. Das Jahrhundertwerk, dem man sein Potenzial trotz aller Bugs ansah, wurde zum Jahrhundertskandal. Kein Computerspiel hat je eine derartige Protestlawine in Gang gesetzt.
Piranha Bytes trennte sich danach vom Publisher Jowood. Da dieser die Rechte an der Marke „Gothic“ hält, war klar: Was auch immer Piranha Bytes als Nächstes produziert, wird nicht „Gothic“ heißen.
Stattdessen trägt das neue Werk aus dem Ruhrgebiet den Titel „Risen“. Aber schon nach wenigen Spielminuten ist klar: Dieses Spiel ist „Gothic“. Und zwar pur.
Der Held hat weder Namen noch Identität. Die Welt um ihn herum ist stimmungsvoll und bis ins kleinste Detail präzise präsentiert. Die Charaktere, auf die man trifft, sind keine Schöngeister, sondern in Wort und Tat raue Gesellen.
Die Welt von „Risen“ liegt frei vor dem Spieler, der die Erinnerungslücken seines Helden nach und nach füllt. Der Spieler hat die Wahl, ob er „Risen“ als Ordenskrieger der Inquisition, als Magier oder als Kämpfer eines Banditenclans erlebt. Die Verbesserung bestimmter Fähigkeiten vom Schwertkampf bis zum Brauen eines Heiltranks läuft nicht automatisch ab, sondern nur über Lehrer, die man im Spiel finden und bezahlen muss.
Ob Magier oder Schwertträger: „Risen“ bringt viel Arbeit mit. Viele Quests sind miteinander verwoben, der Spieler muss weite Wege zurücklegen – die im späteren Spielverlauf durch Teleporter verkürzt werden.
Fazit: Was „Gothic“ berühmt machte, funktioniert auch bei „Risen“. Der Spieler hat vollkommen freie Hand, wie er die Dinge angeht. Auf dem PC sehen die Landschaften in „Risen“ atemberaubend gut aus, auf der Xbox 360 dagegen deutlich schlechter. Texturen sind verwaschen und unscharf, Animationen hölzern, die Steuerung problematisch. Deshalb gibt es keine Kaufempfehlung für die Konsolenfassung.

  • Risen: Publisher Koch Media GmbH, Entwickler Piranha Bytes. Frei ab zwölf Jahren. Das Spiel wurde auf einem PC getestet, es gibt auch eine Version für die Xbox 360.
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