Und wieder ist Freitag der 13.

Jason Vorhees ist eine Ikone des Horrorfilms, und diesen Titel errang er, ohne jemals ein einziges Wort gesprochen zu haben. Der Mann, dessen charakteristisches Merkmal die Maske eines Eishockey-Torwarts ist, war einer der ersten Protagonisten der Anfang der 80er entstandenen Welle neuer Horror- und Spannungsfilme. In diesem Filmen hatten die Mörder kein erkennbares Motiv und keinen auch nur halbwegs glaubwürdigen Hintergrund. Männer wie Jason und Michael Myers, Star der Halloween-Serie und damit zwei Jahre älter als Jason, wurden zum Alptraum von Teenagern, die es mit den strengen Moralvorstellungen in manchen Teilen der USA nicht so genau nahmen.

Was 1980 niemand für möglich gehalten hat: Die Serie „Freitag der 13.“ wurde im Kino und später auf Video und DVD zum Welterfolg. Bis heute gibt es zwölf Teile, und sie alle folgen demselben Muster: Stehaufmännchen Jason widersteht allen Methoden, ihn endlich zum Teufel zu schicken, kommt wieder, zieht die Maske an und packt die Machete aus. Oder irgendein anderes Werkzeug. Zur Not tut’s auch ein Dosenöffner.

Natürlich kommt dem Zuschauer recht schnell der Gedanke, ob das nicht doch zu weit geht. Nette junge Leute werden einer nach dem anderen ermordet, der schweigende Killer macht vor nichts halt. Warum tut er das, und ist er überhaupt noch ein Mensch? Offenbar nicht. Aber was er ist, wird – ebenso wie im Fall von Michael Myers – nie aufgelöst.

Nur das wissen wir: Angeblich ist Jason als Kind im Chrystal Lake ertrunken, weil der Aufsichts-Teenager nicht aufgepasst hat. Aus Rache ist er deshalb seitdem hinter allen Teenagern her, und zumindest in den ersten vier Teilen der Serie machen diese immer und immer wieder den Fehler, ein Camping-Wochenende am Chrystal Lake zu verbringen. „Oh, hier wurden zwar schon viele, viele Mensche ermordet, aber dafür sind wir ganz bestimmt ungestört.“ Na klar, möchte man als Zuschauer sagen. Ihr Flachpfeifen habt doch echt einen an der Klatsche. Jason soll euch holen.

Logischerweise gab der Jugendschutz, in den 80ern verkörpert durch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), sofort Alarm. Über Jahre hinweg wurden Jasons Aktivitäten indiziert oder gleich beschlagnahmt. Teil vier der Serie, damals betitelt mit „Das letzte Kapitel“, kam 1984 raus und ist bis heute bundesweit beschlagnahmt. In Frankreich ist der Film ab zwölf, in Italien ab 14 Jahren freigegeben.

Paramount geht jetzt mit fünf Teilen der Serie auf DVD und Blu-ray neu an den Start. Die Teile fünf bis acht erscheinen neu auf DVD, Teil zwei kommt auch als Blu-ray.

Ab dem 4. Februar auf dem Markt:

„Freitag der 13. Teil 2 – Jason kehrt zurück“ (1981, DVD und Blu-ray, frei ab 16 Jahren);

„Freitag der 13. Teil 5 – Ein neuer Anfang“ (1985, DVD, frei ab 16 Jahren);

„Freitag der 13. Teil 6 – Jason lebt“ (1986, DVD, frei ab 18 Jahren);

 „Freitag der 13. Teil 7“ (1988, frei ab 18 Jahren);

 „Freitag der 13. Teil 8 – Todesfalle Manhattan“ (1989, frei ab 16 Jahren).

Die Freigabe einzelner Teile ab 16 Jahren basiert auf einer Neubewertung der Jugendschutz-Gremien. Schließlich liegen die Erstbewertungen Jahrzehnte zurück.

Die Teile eins, drei und vier der Serie gehören nicht zur Neuauflage von Paramount. Teil eins, mit dem 1980 die langlebigste Horror-Film-Reihe unter der Regie von Sean S. Cunningham startete, wurde im März 2008 folgeindiziert und gilt damit auch für die nächsten 25 Jahre als jugendgefährdend. Teil zwei ist ebenso wie Teil vier deutschlandweit beschlagnahmt, der Handel damit ist generell verboten. Jörg Pistorius

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