Blur: Die dunkle Seite der Autofahrer-Seele

Cool soll er sein, der Autofahrer. Gelassen. Souverän. Belastbar. Nur so ist er keine Gefahr für sich und andere. So liegen die Dinge in der Realität. Activisions Rennspiel Blur dagegen bildet all die Eigenschaften ab, die ein Fahrer auf realen Straßen bitte tunlichst unterlassen soll: Aggressivität, Zerstörungswut, rasender Wahnsinn. Quasi ein modernes Mario Cart, nur ohne Bananenschalen werfende lustige Figuren, sondern mit fotorealistischen Boliden und Explosionen. So viel Spaß mit einem Rennspiel hatte ich schon lange nicht mehr. Blur schleudert den Spieler mitten in einen rasenden Pulk von Autos, die in Richtung Ziellinie schießen. Die Fahrer brettern mit über 50 lizenzierten Autos über real existierende Strecken, die vollgepackt sind mit schnellen Kurven, raffinierten Abkürzungen und haarstäubenden Sprüngen. Activision hatte hier keine beinharte und realistische Fahrsimulation mit einblendbarer Ideallinie im Hinterkopf, sondern einen reinen Fun-Racer. So wie der Klassiker Mario Cart auf dem alten Super Nintendo. Schon damals, vor fast 20 Jahren, kam beim Sammeln von Power-ups Freude auf – wenn man damit den in Führung liegenden Konkurrenten von der Strecke blasen konnte.

In Blur haben die Marios und Luigis keine Chance. Hier fahren mehr als 50 lizenzierte Boliden auf Original-Strecken. Dabei sammeln sie gewaltige Power-Ups wie etwa die Fähigkeit, andere Fahrzeuge mit riesigen Energieschüben von der Strecke zu befördern oder ihre Geschwindigkeit ans Limit zu pushen.

Der Spieler kann jedes Power-Up unabhängig voneinander direkt nutzen oder sie sammeln und kombinieren, um sie offensiv oder defensiv mit vielfacher Wirkung einzusetzen. Fahrer können außerdem modifizierte Power- Ups erwerben, um die Asphalt-Schlacht auf den Level zu heben, der ihrer individuellen Rennstrategie entspricht. Dabei heraus kommt ein mitreißendes Chaos, in dem vom Start bis zur Ziellinie ständig der Kampf um die Führung tobt. Oder ums Überleben. Online bietet Blur Rennen mit 20 Spielern und einem stufenweisen Rangsystem. Hier erlebt auch ein schon fast vergessenes Multipayer-Juwel sein Comeback: Blur bietet einen Split-Screen, sogar für vier Spieler.

Und bitte immer daran denken: Das hier ist ein Spiel. In der Realität ist Anschnallen Pflicht und das Schießen auf den Vordermann verboten. Jörg Pistorius

  • Blur: erschienen für PC, Xbox 360 (getestet) und Playstation 3. Frei ab zwölf Jahren.
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