WWE All Stars: Die Legenden greifen an

Wrestling ist doch nur Show, sagen die Realisten und Skeptiker. Wissen wir, antworten die Fans. Macht aber dennoch Spaß ohne Ende. Während die Serie WWE Smackdown vs. Raw die Wrestling-Matches so inszeniert, als seien sie real, zeigt das heute erscheinende WWE All Stars die Aktionen im Ring herrlich überzeichnet und bewusst realitätsfern. Die Steuerung wurde im Vergleich mit Smackdown vs. Raw klar vereinfacht, bietet aber dennoch taktische Tiefe. Und: Alle Stars von den 80ern bis heute, von Hulk Hogan bis zu John Cena spielen mit, kommentiert von Jerry „The King“ Lawler und Jim Ross. WWE All Stars gibt den Wrestling-Fans recht: Es macht Spaß ohne Ende.

Wer als Kind gerne mit Actionfiguren gespielt hat (oder das auch heute noch tut), wird sich in WWE All Stars sofort wohl fühlen. Alle dargestellten Kämpfer sehen ihren Actionfiguren ähnlicher als ihren realen Vorbildern.  Wenn heute der gestandene Familienvater vor dem Bildschirm sitzt und Ellbogenchecks aus drei Metern Höhe abfeuert, wenn er mit Rey Mysterio artistische Sprünge unter Vernachlässigung der Schwerkraft ausführt, dann wir er sich daran erinnern, wie viel Spaß ihm vor 30 Jahren das Spielen mit Big Jim und Co. Gemacht hat.

Überhaupt: der Blick zurück ist eine der großen Stärken dieses Beat’em Ups. In den 80ern ging es auch in Deutschland los mit der Popularität des Wrestling im Privatfernsehen, zuerst auf Tele 5, dann auf RTL 2. Jake „The Snake“ Roberts, Randy „Macho Man“ Savage, der damals noch junge Undertaker und noch ältere Recken wie der Ultimate Warrior und Hulk Hogan, der Vater aller Wrestler,  zeigten damals einem sehr affinen Publikum, wie viel Spaß der Wrestling-Zirkus macht. WWE All Stars bringt sie alle mit und lässt die Legenden der frühen Jahren gegen die Stars von heute antreten. Klasse: Jeder bringt seine spezielle Ringmusik mit. Gerade auf solche Details kommt es an.

Die Steuerung ist angenehm einfach angelegt, bietet aber auf den zweiten Blick eine hohe Komplexität. Vor allem das gelungene Konter- und Gegenkonter-System  macht die Matches im Ring zu mehr als simplem Button-Mashing. Die Kämpfer sind in mehrere Klassen mit unterschiedlichen Stärken aufgeteilt: Grappler sind hervorragende Ringer und Techniker wie Bret Hart, Brawler sind meisterhafte Schläger wie Randy Orton, und Giants sind – genau- Riesen wie Big Show und Andre the Giant. Wie der Name schon sagt.

Spielmodi wie Fantasy Warfare, hier kämpfen die Legenden gegen die Helden von heute, und der Path of Champions sorgen für gute Solo-Unterhaltung.  Im Path of Champions-Modus wählen die Spieler ihren favorisierten WWE Superstar oder einen selbst erstellten Akteur und stürzen sich in eine von insgesamt drei verschiedenen Matchserien. Es geht in drei unterschiedlichen Fehden gegen den Undertaker, Randy Orton oder im Tag-Team gegen DX. Auch die Multiplayer-Modi mit bis zu vier Kämpfern im Ring machen Spaß.

WWE All Stars ist ein technisch hervorragend gelungenes Prügelspiel, dass den Nimm-das-alles-nicht-so-ernst-und-hab-Spaß- Modus perfekt inszeniert. Wrestling eben. Ist doch nur Show, macht aber Spaß ohne Ende. Jörg Pistorius

  • WWE All Stars (THQ) erscheint heute für Xbox 360 (getestet), Playstation 2 und 3, Nintendo Wii und Playstation Portable. Das Spiel ist frei ab 16 Jahren.
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