Hart, realistisch, hervorragend: UFC Undisputed 3

 

Reale Kampfsportsimulationen sind auf dem Spielemarkt so selten wie deutsche Boxweltmeister im Schwergewicht. Seit Jahren groß am Markt sind Fantasy-Scharmützel wie Tekken, Mortal Kombat oder das gerade neu aufgelegte Soul Calibur. Doch 2009 schoss der renommierte Publisher THQ quasi aus dem Nichts an die Spitze dieses Genres und präsentierte mit UFC Undisputed eine technisch wie optisch ausgezeichnete und vor allem in jedem Detail realistische Umsetzung der Mixed Martial Arts und damit der härtesten Vollkontaktsportart der Welt. Die gesellschaftliche Sensibilität gegenüber den harten und oft blutigen Kämpfen im Octagon ist – das hat THQ genau richtig erkannt – ein zusätzlicher Marketingboost. So hat der jetzt erscheinende dritte Teil der Undisputed-Serie hervorrragende Chancen, den Erfolg seiner Vorgänger zu wiederholen und die Tabellenführung zu verteidigen.

Ein UFC-Kämpfer geht durch mehr Phasen eines Kampfes als jeder andere Kampfsportler. Schläge und Tritte aus der Distanz, Griffe und Würfe im Clinch und der von Taktik und Präzision bestimmte Bodenkampf – eine gewaltige Aufgabe für eine Simulation. Der japanische Entwickler Yuke’s hat es bereits vor drei Jahren geschafft, diese vielen Phasen in ein erfassbares und taktisch vielseitiges Steuerungsmodell zu packen. Jetzt, im dritten Teil, hat das Studio seine bisherigen Erfahrungen zur Optimierung genutzt. Der Erfolg wird schon in ersten Testmatches deutlich. Undisputed 3 ist stärker als seine Vorgänger, beinhart realistisch, komplex und herausfordernd.

Undisputed 3 bringt den bei Fans ungeheuer beliebten Pride-Modus mit, inklusive aller Regeln, Kämpfer und Kommentatoren. Das Submission-System wurde komplett erneuert: Statt die gewohnten Zirkel und Kreise mit dem Analogstick zu fordern, präsentiert UFC jetzt im Bodenkampf ein grafisches Minispiel, in dem um die Oberhand gekämpft wird. Und da Frustvermeidung heute ein entscheidender Marktfaktor ist, hat Yuke’s dem Spiel eine Profi- und eine einfachere Amateursteuerung mitgegeben.

Die Fans wollen allerdings nicht nur technische Präzision und Perfektion in einem Sportspiel, sie wollen auch die Atmosphäre. UFC 3 hat sie. 150 Originalkämpfer treten im Octagon an, Yuke’s hat zum ersten Mal auch Feder- und Bantamgewicht berücksichtigt. Die Kämpfer marschieren ein, die Kommentatoren liefern eine brauchbare Leistung ab, das Publikum geht mit. Die Animationen und die Darstellungen der Kämpfer machen zwar im Vergleich zu den Vorgängern keinen Quantensprung, der auf dem hohen Niveau der UFC-Serie ohnehin nicht erwartet werden kann, aber sowohl die Mimik als auch die grafischen Details der Kämpfe sind hervorragend gelöst und zeigen auch die ganze Härte der MMA-Kämpfe.

Anderson Silva, der scheinbar unbesiegbare Mittelgewichtler aus Brasilien, ist der Cover-Star von UFC 3. Der Spieler kann Silva oder einen anderen der Originalkämpfer auswählen oder im Editor selbst einen MMA-Fighter erstellen. Die enorme Stärke der UFC-Serie liegt in ihrer Vielseitigkeit. Wer sich auf Stärke und Schlagkraft verlassen und seine genner ausknocken will, wählt Kämpfer wie Chuck Lidell oder den tödlichen Kicker Mirko Cro Cop. Wer seine Gegner lieber auf den Boden bringt und sie dort per Arm-, Bein- oder Nackenhebel zur Aufgabe zwingt, findet viele Experten im Brazilian Jiu Jitsu wie den UFC-Veteranen Royce Gracie, der damals die ersten beiden United Fighting Championships gewann.

THQ und Yuke’s haben es wieder geschafft: UFC 3 ist eines der besten aktuellen Sportspiele und klar die beste Kampfsportsimulation. Das Spiel erscheint heute für Xbox 360 und Playstation 3 und ist frei ab 18 Jahren. Jörg Pistorius

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