Grid 2: Wer rast, rostet nicht

Grid 2

Rennspiele wie Grid 2 (Namco Bandai) feiern die Freude am hemmungs- und sorgenfreien Rasen. Kein Tuning, keine Upgrades, keine Cockpit-Perspektive: Der Spieler steuert brachiale PS-Monster über wenige, aber schön gestaltete Rennstrecken, immer gut unterhalten vom Röhren und Brüllen der Motoren. Rennspiel-Puristen sind unterfordert, aber der Hobby-Raser wird von Grid 2 hervorragend unterhalten.

Realer Rennsport ist ein komplexes Geschäft. Klassen, Beschränkungen und Regeln ohne Ende sind in allen Klassen von der DTM bis zur Formel 1 selbstverständlicher Alltag der Teams und Piloten. Erfreulicherweise ist im Arcade-Rennspiel alles anders. Ich setze mich in eine mörderische Maschine mit Berserkerkräften und dresche mit dem Gaspedal am Anschlag über die Rennfläche. Diese völlig bedenkenlose Rasen entfaltet eine dem Zen-Buddhismus ähnliche Wirkung. Grid 2 ist hier ein typisches Beispiel. Der Spieler soll sich keine Sorgen um Feineinstellungen, Bremspunkte und Ideallinien machen müssen. Er soll einfach rasen. Vor allem online kommt dabei wirklich Freude auf.

Die Entwickler von Codemasters sind ohne jeden Zweifel Meister ihres Fachs. Das erste Grid, erschienen 2008 für den PC und die großen Konsolen, überzeugte damals mit exzellenter Grafik und enormer Einsteigerfreundlichkeit. Qualitäten, die Grid 2 ebenfalls mitbringt. Einzelne zuschaltbare Fahrhilfen gibt es zwar nicht mehr, aber die unteren und mittleren Schwierigkeitsgrade ermöglichen auch Anfängern schnelle Erfolge. Die Fahrphysik ist alles andere als real, bildet die enormen Kräfte der Boliden aber dennoch unterhaltsam ab.

Eine konkrete Hintergrundstory im Solomodus gibt es nicht. Der Spieler unterstützt als Fahrer einen schwerreichen motorsportverrückten Sponsor beim Aufbau einer neuen Rennklasse, der WSR (World Series Racing). Die Währung des Spiels sind nicht Credits, denn Upgrades gibt es nicht und neue Wagen erhält der Spieler von selbst und umsonst. Stattdessen sammelt er Fans in den sozialen Netzwerken. Mehr Fans bedeuten mehr Ruhm, mehr Ruhm lockt mehr Fahrer von Rang und Namen zu den Veranstaltungen der WSR. Neben klassischen Rennen tritt der Spieler zu Duellen auf ultrakurzen Streckenabschnitten oder Sonderformen wie dem Eliminationsmodus an.

Die Fahrzeugmodelle sind eine einzige Ode an die Schönheit des Automobils. Vom urigen Ford Mustang Mach 1, mit dem der Spieler seine ersten Rennen fährt, arbeitet man sich hoch bis zu Kunstwerken wie dem Pagani Huayra. Parallel zum Release von Grid 2 verließ auch RaceNet, die Online-Community von Codemasters, die Beta-Phase. Das Herzstück von Grid 2 sind die umfangreichen Multiplayer-Inhalte, in denen der Spieler Mann gegen Mann zeigen kann, was er im Solomodus gelernt hat.

Fazit: Grid 2 unterhält den Raser in uns hervorragend. Jörg Pistorius

  • Grid 2: Entwickler Codemasters, Publisher Namco Bandai. Erschienen für PC, Xbox 360 (getestet) und Playstation 3. Frei ab sechs Jahren.
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