NHL 15: Nur echtes Eishockey ist besser

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Die schnellste und aus Sicht vieler Fans auch härteste Mannschaftssportart der Welt wird in NHL 15 großartig inszeniert und präsentiert – so wie immer. Denn ebenfalls wie immer stellt sich dem Fan die Frage, ob er nach nur einem Jahr wieder ein Vollpreisspiel erwerben soll, das sich nur in Nuancen von seinem Vorgänger aus 2013 unterscheidet. Ob sich dieser Wechsel lohnt, ist eine subjektive Frage. Objektiv gesehen ist NHL 15 wie seine Vorgänger auch ein herausragend gutes Sportspiel.

Es muss krachen auf dem Eis: Der Fan erwartet von seinem Sportspiel die präzise Abbildung des enormen Tempos und der körperlichen Kompromisslosigkeit der Eishockeyprofis. Die Next-Gen-Konsolen setzen dank 12 Player NHL Collision Physics die Auswirkungen der realen physikalischen Kräfte auf dem Eis um. Vom brachialen Bodycheck bis zum Gedränge vor dem Tor, von einer simplen Gewichtsverlagerung bis zu den Sekundärkollisionen in einer Massenrangelei – NHL 15 wirkt echt und authentisch. Es kracht gewaltig.

Die Spielermodelle bestehen jetzt aus drei Komponenten: Körper, Ausrüstung und Trikot. Da alle Komponenten unabhängig voneinander reagieren, ist jeder Kontakt mit dem Puck oder anderen Spielern realistischer denn je. Die optische Wirkung ist absolut beeindruckend.

Wenn die Physik ein elementarer Bestandteil der Spielstruktur sein soll, muss sie natürlich auch das Verhalten des Pucks umfassen. Und das tut sie. Alles auf dem Eis, einschließlich der Eisfläche selbst, ist absolut authentisch, was zu unvorhersehbaren Drehungen, Bewegungen und Abprallern des Pucks führt.

In der Steuerung hat EA Canada  den Skill Stick weiterentwickelt und gibt dem Spieler noch mehr Kontrolle auf dem Eis. Der rechte Stick des Controllers löst alle Tricks eines Superstars der NHL aus. Die Technik ist nicht überkomplex: Die Annahme des Pucks in vollem Lauf, seine Abschirmung gegen den Verteidiger und ein Arsenal neuer Dekes lassen sich intuitiv auslösen.

Neben Physik und Steuerung ist die Atmosphäre entscheidend für ein Sportspiel. Eine generelle Schwäche dieses Genres war bisher immer die Darstellung des Publikums. NHL 15 hält mit mehr als 9000 individuellen Zuschauermodellen und der vierfachen Menge an Animationen gegenüber früheren Spielen dagegen. Kostümierte Superfans, tobende Ultra-Blöcke, generell direkte und passende Reaktionen auf den Spielverlauf – dieses Publikum lebt.

Ein klarer Kritikpunkt: EA hat die Spielmodi auf den neuen Konsolen drastisch reduziert. Beispiele: Online-Teamplay sowie Saison- und Turniermodus sind gestrichen worden. Das ist ein ebenso deutlicher wie unverständlicher Rückschritt im Vergleich mit NHL 14. 

Fazit: Besser kann Eishockey auf dem Bildschirm nicht aussehen. Jörg Pistorius

  • NHL 15: Publisher Electronic Arts, Entwickler EA Canada in Vancouver, erschienen für Xbox One (getestet), Playstation 4, Playstation 3 und Xbox 360.

 

 

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