Die Sims 4: Immer noch ein gutes Spiel

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Die Sims sind ohne jeden Zweifel eines der bekanntesten, erfolgreichsten und umsatzstärksten Softwareprojekte der Welt. 125 Millionen Titel dieser Marke, die Maxis erschaffen und Electronic Arts dann übernommen hat, wurden bis heute verkauft. Neben den zahllosen Addons gab es bisher drei Versionen des Hauptprogramms Die Sims – und jetzt ist die Vierte erschienen und sorgt gewaltig für Diskussionen. Deren Kern: Die Sims sind zweifellos immer noch die Sims. Aber statt einer Next Generation, die die Fans sich gewünscht haben, präsentiert EA mit Die Sims 4 eine grafisch modernisierte und inhaltlich leicht erweitere Variante von Die Sims 3 und streicht dabei viele Modi des Vorgängers. 

Die Sims. Keine Drachen und Magier, keine abstürzenden Hubschrauber und einstürzenden Hochhäuser, keine Monster und Raketenwerfer. Stattdessen  ist das  Lebenssimulationsspiel eine Art virtuelle Lindenstraße: Erschaffe alltägliche, ganz normale Menschen und erfreue dich daran, wie sie alltägliche, normale Dinge tun.

Die Anziehungskraft der Sims ist einzigartig in der Geschichte der Computerspiele. Und so waren die Erwartungen an die Sims 4 natürlich astronomisch, gigantisch, gewaltig hoch. Die aktuelle Variante einer derart beliebten Software darf nichts weniger als ein Geniestreich sein – so sehen es die Fans. So sieht die Realität aus: Die Sims 4 ist kein Geniestreich, sondern vom Umfang her ein klarer Rückschritt. Aber dennoch ist es immer noch ein sehr gutes Spiel.

Zuerst die positiven Punkte: Die Erschaffung der Sims und das Prägen von Aussehen, Charakter, Benehmen und Emotionen macht unverändert Spaß. Ebenso das Häuserbauen. Zum ersten Mal sind Sims in der Lage, Emotionen zu empfinden und auszudrücken. Die Gefühlsregungen werden durch Interaktionen, andere Sims, Events und Objekte beeinflusst.

Wie immer bisher besteht der starke Reiz darin, seine Sims in ein komplexes Netzwerk aus beruflichen und alltäglichen Pflichten, sozialen Aktivitäten, Spaß und natürlichen Bedürfnissen wie Schlaf  einzubinden. Die Definition grundsätzlicher Charakterwerte bestimmt die Lebensausrichtung des Sims. Will er beruflich vorankommen? Oder einfach möglichst viele Romanzen erleben? Geht alles. Wobei die Berufe eher Hollywood-Style sind. Briefträger ist nicht dabei, Gangsterboss aber schon.

Ein Hinweis an alle virtuellen Sadisten: Es ist in Version 4 wesentlich mühsamer als in Version 3, seinen Sim einen abstrusen Tod sterben zu lassen. Hier sind wir auch schon beim Kapitel „Was fehlt alles“. Insgesamt 89 Features des Vorgängers bringt Version 4 nicht mehr mit, darunter die offene Welt und die Kleinkindphase. Doch generell sind die Sims immer noch die Sims.  Die Möglichkeiten der Lebensgestaltung sind immer noch dermaßen vielfältig, dass für sehr, sehr viele Spielstunden keine Langeweile aufkommt. Jörg Pistorius

  • Die Sims 4: Publisher Electronic Arts, Entwickler Maxis, erschienen für PC, frei ab sechs Jahren.

 

 

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