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STAR_TREK__The_Next_Generation_–_Season_2_01

Space. The final Frontier. Der Weltraum. Unendliche Weiten. Am 27. Mai 1972 waren diese Worte zum ersten Mal im ZDF zu hören. Star Trek wurde zu einer der größten und langlebigsten Marken der Unterhaltungsindustrie. Captain Kirk und Mr. Spock, Scotty, Mr. Zulu und Uhura waren das erste Kapitel und der Startschuss. In den 80ern räumte die zweite Star-Trek-Serie The Next Generation alles ab und ist bis heute Kultmaterial – mittlerweile digital wiederbelebt und in Surround-Sound. Paramount hat gerade die dritte der sieben Next-Generation-Staffeln auf Blu ray veröffentlicht. Die Veröffentlichung einer Komplettbox mit zehn Star-Trek-Kinofilmen steht kurz bevor. Weiterlesen

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Maiden England ’88: Urgewalt aus alter Zeit

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Eddie als Fahnenträger der heranstürmenden Light Brigade: Das Cover mit der Szene aus „The Trooper“ ist der ideale Motivator für einen Auftritt der besten aller Metal-Bands. Iron Maiden sind nicht nur auf Deutschlandtour, sondern bringen auch das im November 1988 an zwei Abenden in Birmingham gefilmte legendäre Konzert der Seventh Son Of A Seventh Son Tour zum ersten Mal auf DVD raus. Ein Dokument einer vergangenen Ära und ein Adrenalinstoß der Vorfreude für alle, die Tickets für einen der Gigs im Juni und Juli ergattert haben. Weiterlesen

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Und wieder ist Freitag der 13.

Jason Vorhees ist eine Ikone des Horrorfilms, und diesen Titel errang er, ohne jemals ein einziges Wort gesprochen zu haben. Der Mann, dessen charakteristisches Merkmal die Maske eines Eishockey-Torwarts ist, war einer der ersten Protagonisten der Anfang der 80er entstandenen Welle neuer Horror- und Spannungsfilme. In diesem Filmen hatten die Mörder kein erkennbares Motiv und keinen auch nur halbwegs glaubwürdigen Hintergrund. Männer wie Jason und Michael Myers, Star der Halloween-Serie und damit zwei Jahre älter als Jason, wurden zum Alptraum von Teenagern, die es mit den strengen Moralvorstellungen in manchen Teilen der USA nicht so genau nahmen.

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Twin Peaks

 

Wer ermordete Laura Palmer?

Diese Frage, die ursprünglich niemals hätte beantwortet werden sollen, ist die Basis eines Fernseh-Kults, der zwar in die Jahre gekommen ist, aber einen unvoreingenommenen und offenen Film-Fan immer noch mitreißen kann. „Twin Peaks“ fesselte vor 15 Jahren Millionen von Zuschauern, verwirrte und schockierte sie.

Wer noch nie von dieser Serie gehört oder zumindest noch keine der 29 Folgen gesehen hat, sollte alles, was seit Beginn der 90er in Sachen „Mystery“ gelaufen ist, kurzzeitig wieder aus dem Gedächtnis verbannen. Denn nur dann spürt und versteht er die damals völlig innovative, surreale und dramaturgisch überzeichnete Erzählweise, die zahllose Nachahmer inspiriert hat und deshalb heute nicht mehr aus der riesigen Masse der mysteriösen übernatürlichen Krimi-Horror-Geschichten mit verschrobenen Ermittlern und nur an der Oberfläche normal scheinenden Verdächtigen herausragen würde. Aber ohne „Twin Peaks“ hätte es wahrscheinlich keine „Akte X“, kein „Lost“ gegeben.

Die „Definitive Gold Box“ von Paramount ist ein ideales Ticket für einen Erstbesuch oder eine Rückkehr in das fiktive US-Städtchen. Erstmals und exklusiv für diese Edition wurde auch die erste Staffel inklusive Pilotfilm komplett neu abgetastet und digital überarbeitet. Auf zehn Discs befinden sich alle 29 Episoden der beiden Staffeln sowie der Pilotfilm. Von Originalnegativen wurde das Bild neu abgenommen und der Ton in Dolby Digital 5.1, leider nur im englischen Original, neu abgemischt – beides persönlich freigegeben von Regisseur David Lynch. Dazu gibt es jede Menge bisher unveröffentlichtes Bonusmaterial wie beispielsweise Interviews mit den Regisseuren Stephen Gyllenhall und Tim Hunter, seltenes Archivmaterial sowie entfernte Szenen und Outtakes. Wie die Serie entstanden ist, erfährt der Zuschauer in der Spielfilm-langen Dokumentation „Geheimnisse von einem anderen Ort“ mit bisher noch nie gezeigtem Material.

Was spielt sich ab in Twin Peaks? Die Schöpfer Mark Frost und David Lynch stellten die traditionellen Gesetze der Dramaturgie und Erzählkunst auf den Kopf. Der Ausgangspunkt ist noch überschaubar: Die High-School-Schönheits-Königin Laura Palmer wird tot am See gefunden, vergewaltigt und ermordet. Agent Cooper (Kyle McLachlan) soll den Mord aufklären. Soweit alles klar? Gut. Denn ab jetzt wird es skurril, bizarr, doppelbödig, furchtbar, schockierend.

Die Handlungsstränge sind total überzeichnet, die handelnden Figuren groteske Boten des David-Lynch-Universums. Abgesehen davon ist Twin Peaks offenbar eine Hölle aus Gewalt, Korruption und Verrat, und Laura Palmer ist absolut kein unschuldiges Opfer. FBI-Ermittler Cooper hat einen schweren Stand. Im Traum flüstert ihm der Geist des Opfers den Namen des Mörders zu, an den er sich im wachen Zustand jedoch nie erinnern kann. Und dieses Pandämonium hat einen klaren Hauptdarsteller: Bob. Der Geist. Der Killer. Das Tier. Wer diesen Teufel in Aktion erlebt hat, vergisst ihn nicht wieder.

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South Park

 

South Park spottet jeder Beschreibung. Wirklich jeder. Und gerade das macht den Wert dieser Serie aus. Elf Staffeln gibt es, mehrere hat Paramount bereits als DVD-Boxen veröffentlicht. Diese Boxen sollten einen Warnhinweis tragen: Vorsicht, noch böser und provokativer kann Satire kaum noch werden.

Wer zum ersten Mal eine der etwa 22 Minuten langen South Park-Folgen sieht, der wundert sich. Diese Art des Zeichentricks scheint von einem Haufen zugedröhnter Grafiker geschaffen worden zu sein, die den Stil der frühen 50er für das Maß aller Dinge halten.

Die Figuren sind zweidimensional, räumliche Aktionen und Umgebungen existieren nicht, und alle Details sind extrem vereinfacht. Gerüchte besagen, dass die South Park-Väter Matt Stone und Trey Parker diesen Stil während ihrer Studienzeit tatsächlich eher aus Hilflosigkeit und zeichnerischem Unvermögen geprägt haben.

Doch bis heute hat South Park diesen seltsamen, doch unverwechselbaren Look. Der übrigens wäre das geringste Problem eines unschuldigen Zuschauers, der ab 1997 ahnungslos beim Zappen auf Viva oder MTV hängen bleibt und zu nächtlicher Stunde dort auf South Park stößt.

Dieser Zuschauer wird Zeuge der Abenteuer von vier Jungs, acht oder neun Jahre alt, im fiktiven Bergwerksstädtchen South Park in Colorado. Jetzt könnte man fragen: Vier Kinder? Zeichentrick? Woher soll denn in einem derartigen Szenario die Satire kommen? Doch Kyle, Stan, Kenny und der fette Cartman haben Dinge auf Lager, die man von realen Kindern tunlichst fernhalten sollte. Kenny zum Beispiel stirbt in jeder einzelnen Folge der ersten fünf Staffeln, und zwar immer auf äußerst skurrile Weise. In der nächsten Folge ist er wieder da. Stans Ausruf „Oh mein Gott, sie haben Kenny getötet“ und Kyles Antwort „Ihr Schweine“ sind feste Bestandteile des South Park-Kults.

Der unschuldige Zuschauer hat noch mit wesentlich mehr zu kämpfen als mit Kennys regelmäßigem Ableben. Heikle und polarisierende gesellschaftliche Themen werden satirisch und total überzeichnet präsentiert. Fremdenhass, Armut, Isolation, Terrorismus sind in South Park zuhause, und im bisher einzigen South Park-Film wird die Hölle von einem schwulen Satan und seinem Lover Saddam Hussein regiert.

South Park hat bis heute nicht weniger als sieben Emmys erhalten und erntete viel Lob für die vermittelnde Aufarbeitung schwieriger gesellschaftlicher Problemstellungen. Trotzdem gab und gibt es natürlich Kontroversen. Die Mischung aus aggressivem Humor und politischen Themen ist in den USA purer Zündstoff.

Tom Cruise stoppte 2006 in Großbritannien eine Folge, in der er selbst auftritt und in der es um die Scientology-Sekte geht, deren bekennender Anhänger er ist.

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Shrek der Dritte

 

Ein grünes Monster im Sumpf, eine schöne und später ebenfalls grüne Prinzessin, ein sprechender Esel, der eine Drachendame heiratet – das Animations-Spektakel „Shrek“ verdient einen Sonderpreis für Absurdität. Dreimal hat der Oger Shrek inzwischen im Kino und auf DVD zugeschlagen. Paramount hat gerade „Shrek der Dritte“ auf DVD veröffentlicht, die komplette Dreier-Box und die High-Definition-Variante sollen Anfang Dezember folgen.

„Shrek“ ist ein echtes Medien-Phänomen. Der Erfolg beweist, dass der Animationsfilm vom Publikum nicht mehr als solcher wahrgenommen wird. Shrek, Fiona, der Esel, der gestiefelte Kater – der Zuschauer empfindet die Kunstfiguren als ebenso real wie Tom Cruise oder Julia Roberts.

„Shrek“ war zum Zeitpunkt seiner Erstellung der bislang aufwendigste computeranimierte Film. 275 Künstler arbeiteten viereinhalb Jahre lang an der Umsetzung des Drehbuchs von William Steig, das Gesamtbudget betrug 60 Millionen Dollar.

Dabei heraus kam eine Märchen-Komödie mit zahllosen Hommagen an die Blockbuster der Gegenwart. Prinzessin Fiona kämpft wie Neo in „Matrix“ in Superzeitlupe. Ihre Verwandlung von der Menschen-Prinzessin in eine Oger-Dame entspricht der Transformation in „Die Schöne und das Biest“.

In „Shrek der Dritte“, der Film spielte weltweit 785 Millionen Dollar ein, sucht der grüne Sumpfbewohner verzweifelt einen Thronanwärter für das Königreich „Weit weit weg“, da er diesem Job nichts abgewinnen kann. Unterwegs findet er den magisch verwirrten Merlin, den unsicheren Artus, eine schlagkräftige Frauen-Power-Truppe wehrhafter Märchen-Prinzessinnen und eine Armee der Bösewichter mit Captain Hook an der Spitze. Bild- und Tonqualität der DVD sind herausragend. Die Animationen sind so lebendig wie immer und knistern vor Energie. Ein großes Bonus-Paket ergänzt das Angebot. Auch der dritte „Shrek“ macht einfach Spaß

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Dr. House

 

Mediziner und Menschenfeind: Dr. House (Hugh Laurie). 

Arztserien – es gibt sie wie Sand am Meer. Die Liste beginnt mit leichter Kost wie Dr. Stefan Frank und der Schwarzwaldklinik. Sie umfasst außerdem die gut inszenierten täglichen Dramen in US-Krankenhäusern und deren Notaufnahmen, hier steht „Emergency Room“ an der Spitze der Beliebtheitsskala. Dann gibt es noch die Ulknudeln in „Scrubs“. Doch ein Film-Mediziner steht unangefochten ganz oben – obwohl oder gerade weil er seine Patienten und Mitarbeiter wie etwas behandelt, das hartnäckig am Boden seiner Mülltonne festklebt. Wenn Dr. House Sprechstunde hat, sind alle anderen Fernseh-Weißkittel abgemeldet. Die Untaten und genialen Diagnosen des menschenfeindlichen Mediziners gehören in jedes Heimkino-Archiv. Universal hat die ersten beiden Staffeln bereits veröffentlicht.

Dr. Gregory House, großartig gespielt vom Briten Hugh Laurie, ist ein völlig kaputter Typ. Er humpelt am Stock und ist abhängig von Schmerzmitteln, da ein früheres Blutgerinnsel falsch behandelt worden ist. Seine Umgangsformen zu Kollegen, Vorgesetzten, Mitarbeitern und Patienten sind, vorsichtig formuliert, äußert krass. Zynisch, beleidigend, herablassend, verletzend und gnadenlos macht er jeden fertig, der das Pech hat, in seine Nähe zu kommen. Er hält es für sinnlos, direkt mit Patienten zu sprechen – es sei denn, ihm ist danach, sie ein wenig zu quälen. Furchtbare Diagnosen bringt er den Leuten nicht schonend bei, sondern rotzt sie ihnen ins Gesicht.

Wer würde ein solches Monster als Arzt arbeiten lassen? Nun, so ziemlich jeder. House ist der beste Diagnostiker des Planeten. Er erkennt Zusammenhänge, die keiner sieht. Er versteht Struktur und Verlauf einer Erkrankung besser als das Virus, das sie verursacht. Er macht die Patienten gnadenlos fertig, aber er rettet ihr Leben. Die Bühne für die Untaten des Dr. House ist das fiktive Princeton Plainsboro Hospital in New Jersey. Dort leitet er die Abteilung für Diagnostische Medizin. Jede einzelne Folge der Serie hat den gleichen und absolut vorhersehbaren Verlauf: Irgendjemand bricht zusammen, fängt an zu bluten oder kollabiert auf eine andere Weise. Der Exitus droht, es herrscht allgemeine Ratlosigkeit. Dr. House und sein Team sind gefragt. Die Interaktionen dieses Quartetts sind komischer als „Scrubs“ und echter als „Chicago Hope“.

Drei Spezialisten arbeiten für House: der farbige Neurologe Foreman, die bildschöne Immunologin Cameron und der schleimige Intensivist Chase. Die Wortgefechte während der Differential-Diagnosen sind Meisterwerke der Drehbuch-Kunst: Foreman immer aggressiv und bissig, Chase eifrig, bemüht und, nun ja, schleimig, Cameron engagiert, mitfühlend, menschlich. Edel sei die Frau, hilfreich und gut. Ein ideales Opfer. Sie muss dermaßen viel einstecken, dass sie gegen Ende der ersten Staffel kündigt. Glücklicherweise nur vorübergehend.

Nach jeder Folge wundert sich der Zuschauer, wie variantenreich der menschliche Organismus erkranken kann. In der Sprechstunde von Dr. House ist es mit Blinddarm-Entzündungen nicht getan. Ein Supermodel muss erfahren, dass es hormonell gesehen eigentlich ein Mann ist. Ein todkranker Student findet heraus, dass der Glücksbringer, den sein Vater ihm geschenkt hat, radioaktiv ist. Ein kleiner Junge, der ständig Außerirdische sieht, wird belehrt, dass sein Dasein das von Zwillingen ist, die in einem Körper wohnen. House findet alles heraus. Wenn er sich mal zu normalen Patienten mit diagnostisch gesehen langweiligen Erkrankungen verirrt, sieht das so aus: „Hallo, liebe Kranke und ihre Liebsten, damit wir Zeit sparen und nachher lauter langweiliges Blabla vermeiden: Ich bin Dr. Gregory House, wenn sie wollen auch Greg. Ich bin ein gelangweilter, zertifizierter Diagnostiker mit der Spezialisierung Infektionskrankheiten und Nephrologie. Außerdem bin ich der einzige Arzt dieser Klinik, der gegen seinen Willen hier arbeiten muss. Aber keine Angst, in ihrem Fall könnte die Behandlung auch ein Affe übernehmen mit einem Fläschchen Mutrin.“

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JAG

 

Schön und gnadenlos: Marine-Major Sarah McKenzie (Catherine Bell). 

Ich mache eine neue TV-Serie, dachte sich Produzent Donald P. Bellisario Anfang der 90er. Der Mann ist nicht irgendwer. Bevor er mit Magnum (mit Tom Selleck), Airwolf und Navy CIS zu einem der erfolgreichsten Serienproduzenten aufstieg, diente er als Soldat im US Marine Corps. Die Heldenverehrung, die der Durchschnittsamerikaner dieser geradezu mythischen Teileinheit der US-Streitkräfte entgegenbringt, dürfte Bellisario zur Schaffung einer der langlebigsten US-Serien inspiriert haben. „JAG“, deutscher Zusatztitel „Im Auftrag der Ehre“, lief mit 228 Folgen zehn Jahre lang. Paramount hat die ersten beiden Staffeln als DVD-Boxen veröffentlicht.

Das Kürzel „JAG“ steht für „Judge Advocat General Corps“. Diese juristische Körperschaft ist zuständig für alle von und an Angehörigen der US Navy begangenen Rechtsbrüche und für Verstöße gegen das Seerecht. Daraus ergibt sich eine Serien-Kombination, die offenbar den Geschmack der Mehrheit traf und immer noch trifft. Anwalts-Drama trifft auf Militär-Action.

Die Protagonisten sind natürlich gnadenlos unrealistisch: Der Ex-Pilot Harmon Rabb (David James Elliot), der nach einer missglückten Nachtlandung auf einem Flugzeugträger als nachtblind diagnostiziert wurde und danach als Militär-Anwalt beim JAG anheuerte, besteht jede juristische und körperliche Auseinandersetzung mit Bravour. Seine Partnerin, Marine-Major Sarah McKenzie (Catherine Bell) ist ebenfalls stets tapfer, gut aussehend und edel. Was soll’s, so funktionieren die meisten Serien. „JAG“ zeigt als Hintergrund den milliardenschweren Abenteuerspielplatz der US Navy. Die „JAG“-Fälle spielen sich auf U-Booten und Flugzeugträgern, hinter feindlichen Linien oder bei Elite-Einheiten wie den Seals ab. Auch der Kampf gegen den Terrorismus spielt in den späteren Staffeln eine wichtige Rolle. Realistisch ist die Sache nicht, denn die Navy wird stets positiv dargestellt – schließlich sind die Drehbücher mit der Navy-Pressestelle abgesprochen. Doch unterhaltsam ist „JAG“ auf jeden Fall: leichte, gut gemachte Serien-Kost, die immer mal wieder einen Blick wert ist.

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Deadwood

Der Marshall von Deadwood: Seth Bullock (Timothy Olyphant).

Ein fähiger Regisseur hat die Chance, sein Werk – ob Film oder Serie – zu einem auf Drama und Unterhaltung getrimmten, aber dennoch nachvollziehbaren und nicht allzu weit hergeholten Abbild der Realität zu machen. In keinem anderen Genre haben die Filmemacher von Howard Hawks bis zu Sergio Leone in diesem Punkt so deutlich versagt wie im Wilden Westen. Weder der edle Revolvermann John Wayne noch der eiskalte Killer Clint Eastwood hatten eine Verbindung zur Realität. Leichen pflasterten ihre Wege, und die Bühnen ihrer Auftritte waren lieblos dahingepflasterte Saloons oder Westernstädte.

Das alles war jedoch derart gut gemacht, dass niemand etwas von einem Realitätsbezug wissen wollte. Die Dollar-Trilogie, Spiel mir das Lied vom Tod, Rio Bravo und El Dorado – all das war ganz großes Kino. Umso mehr muss der Mut eines Senders bewundert werden, der den Western-Mythos ganz anders anpackt. Der US-Bezahlsender HBO präsentiert mit „Deadwood“ eine aus drei Staffeln bestehende Serie, in der Drama und Realitätsnähe enger verbunden sind als jemals zuvor in einem Western. Paramount Home Entertainment hat „Deadwood“ in Deutschland in drei DVD-Boxen veröffentlicht.

Die Bühne von „Deadwood“ sind die Indianergebiete der Black Hills von South Dakota. Hier überleben nur die Härtesten, wobei sich dieses Attribut nicht nur auf ihre Schießkünste, sondern auch auf ihr Immunsystem bezieht. Denn in Deadwood ist alles dreckig. Die Straßen. Die Saloons. Und vor allem die Menschen – körperlich ebenso wie psychisch.

Den strahlenden Helden der John-Wayne-Ära gibt es nicht mehr. Seth Bullock versucht zwar, als Marshall für Ordnung zu sorgen, ist aber den Strukturen der auf Mord, Gier und Gewalt basierenden Gesellschaft ebenso ausgeliefert wie der über Leichen gehende Saloon- und Bordell-Besitzer Al Swearengen. Anstatt sich gleich in der ersten Folge gegenseitig über den Haufen zu schießen, tragen diese beiden Charakterköpfe ihren Konflikt über drei Staffeln hinweg aus – mit herausragenden schauspielerischen Leistungen.

Natürlich wird auch gezogen und geschossen, das Tempo der Handlung und die greifbare Atmosphäre von Hass und Gewalt sind jedoch deutlich fesselnder als jede fliegende Kugel. „Deadwood“ ist eine der seltenen Perlen in der riesigen Menge der US-Serien

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Beverly Hills, 90210

 

Drei Strandnixen aus der Beverly-Hills-Kult-Clique der 90er: Kelly (Jennie Garth), Brenda (Shannen Doherty) und Donna (Tori Spelling).

Fernseh-Serien auf DVD verzeichnen das stärkste Wachstum innerhalb des Heimkino-Markts und gehören zu den beliebtesten und erfolgreichsten Produkten der Filmindustrie. Paramount Home Entertainment präsentierte jetzt Box-Sets zweier Kultserien.

4400 Menschen verschwinden und tauchen Jahre später plötzlich wieder auf – ohne auch nur einen Tag gealtert zu sein und ohne Erinnerung daran, was mit ihnen geschehen ist. Die Rückkehrer verfügen jedoch alle über übernatürliche Fähigkeiten, die auf eine bestimmte Aufgabe deuten. Die Ermittler Tom Baldwin und Diana Skouris erhalten den Auftrag, jeden einzelnen Fall zu untersuchen. Schon bald können sie die Vermutung ausschließen, dass Außerirdische die Entführer waren. Die Gründe für das Verschwinden und die Rückkehr der 4400 liegen in der Zukunft der Menschheit.

Paramount Home Entertainment präsentiert mit der dritten Staffel von „4400“ wieder puren Nervenkitzel auf vier DVDs. Die für drei Emmys nominierte Erfolgsserie aus den USA wurde von Francis Ford Coppola produziert.

„Beverly Hills, 90210“ wurde in den Neunzigern zum Kult. Zum ersten Mal auf DVD, enthält die aus sechs Disks bestehende Collection von Paramount alle 22 Episoden der ersten Season inklusive des Pilotfilms und der Original-Musik auf der deutschen Tonspur.

Die Serie dreht sich um die Teenie-Zwillinge Brenda (Shannen Doherty) und Brandon Walsh (Jason Priestley), die mit ihren Eltern von Minnesota ins mondäne Beverly Hills ziehen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass auch die reichen Kids ihre Probleme haben und mit Schulstress, Beziehungsdramen sowie dem ganz alltägliche Strapazen von Jugendlichen zu kämpfen haben.

Teenie-Kitsch für die einen, Zeitgeist für die anderen. Es steht fest, dass Paramount Home Entertainment vielen Fans mit der Veröffentlichung dieser Box einen lang gehegten Wunsch erfüllt hat.

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