H.A.W.X. 2: Über den Wolken…

Die Zeiten der beinharten Flugsimulationen mit 400-Seiten-Handbüchern sind vorbei. Falcon-3-Veteranen mögen darüber maulen, aber so ist es nun mal. Derart viel Arbeit macht sich heute niemand mehr. Was ein Spieler heutzutage im virtuellen Cockpit bewältigen muss, ist im Vergleich zu Hardcore-Simulationen aus den 90ern kinderleicht, sehr Action-lastig und grafisch bombastisch. Mit einem Wort: wirklich unterhaltsam. So wie H.A.W.X. 2. Weiterlesen

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H.A.W.X. (PS3, Xbox 360)

H.A.W.X. spielt im Jahr 2012. Immer mehr Nationen werden abhängig von privaten militärischen Organisationen (Private Military Companies, PMCs), Elitekämpfern, die das Recht selber in die Hand nehmen. Durch das Abkommen von Reykjavik wird diesen schließlich erlaubt, in jede militärische Operation eingreifen zu können. Das Szenario beruht auf der Tom-Clancy-Lizenz. Der Autor von Militär-Thrillern wie Jagd auf Roter Oktober oder Die Stunde der Patrioten lieferte auch schon den Hintergrund zu Ghost Recon: Advanced Warfighter, und diese Spezialeinheiten der Infantrie kann der Spieler jetzt aus der Luft unterstützen.

Das Spiel macht es dem virtuellen Piloten einfach. Abstürzen ist quasi unmöglich, es sei denn, der Spieler besteht auf einem senkrechten Sturzflug in Richtung Boden. Das Enhanced Reality System (ERS) liefert Radar und Raketenfrühwarnung, Anti-Kollisions-System, Schadenskontrollsystem, taktische Karte und Waffen-Flugbahn-Kontrolle – über den Wolken soll schließlich kein Stress herrschen. Das eigene Geschwader ist natürlich auch immer dabei.

Die Story ist kein Knaller, bei diesem Titel aber auch nicht entscheidend. Problemlose Action in der Luft steht im Vordergrund. Wer es sich ein wenig schwerer machen will, kann die Leistungen des ERS abschalten. Originell: Die gesamte Solo-Kampagne kann von bis zu vier Piloten im Kooperations-Modus durchflogen werden. Im Spieler-gegen-Spieler-Modus können bis zu 15 Piloten in intensiven Luftkämpfen antreten und herausfinden, wer das größte Fliegerass ist.

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Flight Simulator X (PC)

Alle Welt redet momentan wieder über so genante Killer-Spiele. Unionspolitiker wollen deren Herstellung verbieten, und einmal mehr muss die gesamte Software-Branche Prügel einstecken. Doch Spiele, in denen geschossen wird, sind nur eines von vielen Marktsegmenten. Ein hervorragendes Beispiel für technisch hochwertige und dabei absolut gewaltfreie Spiele-Software ist der Flight Simulator X von Microsoft.

Die Computer-Opas, heute Mitte oder Ende 30, erinnern sich noch an die Anfänge der Flugsimulation. Auf XT-Bürorechnern und Heimcomputern wie dem Commodore 64 begann das Fliegen auf dem Bildschirm. Man brauchte dazu vor allem jede Menge Fantasie, denn mehr als ein paar Vektor-Linien gab es nicht zu sehen. Dennoch hingen die Software-Piloten gebannt am Rechner, übten Starts und Landungen, lernten die Grundzüge der Radartechnik und des Funkverkehrs. Heute haben die Vektor-Linien ausgedient.

 

Wozu ein hochgerüsteter PC mit Dual-Core-Prozessor, leistungsfähiger Grafikkarte und genug RAM heute imstande ist, war damals pure Science Fiction. Der Flight Simulator X von Microsoft, aktueller Nachkomme einer langen Tradition von Flugsimulatoren, zeigt eindrucksvoll, was man im Jahr 2006 unter dem Stichwort Flugsimulation versteht: Über 24 000 Flughäfen rund um den Globus, 20 Luftfahrzeuge vom Ultraleicht-Flugdrachen bis zur Boing 747, spannende und herausfordernde Einsätze und generell eine gründliche und motivierende Heranführung an das Fliegen erwarten die Piloten. Anfänger können nicht gleich eine Boeing fliegen, und auch den Hubschrauber sollten sie zuerst noch stehen lassen. Die ersten der 50 Einsätze in der Professional Edition des Flight Simulators X – in der günstigeren Standard-Version sind es 30 – setzen den virtuellen Piloten in ein Ultraleichtflugzeug, das aussieht wie ein Trike mit Gleitschirm. Start und Landung, Orientierung in der Luft und die Grundzüge der Steuerung lassen sich mit diesem Gerät hervorragend trainieren.

Auch das Rollen auf dem Flughafen nach den Anweisungen des Towers wird trainiert, bevor man auf Propellermaschinen wie die unverwüstliche Piper Cup umsteigen darf. Danach kommen der Segelflug, die schwere Steuerung eines Hubschraubers – und natürlich Jets.

Der Flight Simulator X führt den User in die enorme Komplexität des Fliegens ein, ohne ihn zu überfordern. Jeder Einsatz dauert zwischen zehn und 45 Minuten, der Schwierigkeitsgrad steigt langsam und fließend an. Ein interaktiver Fluglehrer erklärt alle Schritte und erläutert den Umgang mit den Instrumenten. Eine Landung auf einer griechischen Insel im Sonnenuntergang, Flüge im Gebirge, Rettungsmissionen auf hoher See, Linienflüge von Amsterdam nach New York und – ganz zum Schluss – der Red Bull Airrace Contest für absolute Experten motivieren enorm. Die physikalische Umsetzung aller Parameter ist dabei immer passend und realistisch, die völlig unterschiedlichen Charakteristika vom Hubschrauber bis zum Passagier-Bomber werden glaubwürdig umgesetzt.

Die Grafik ist dabei herausragend, zwingt allerdings auch die stärksten Rechner momentan noch in die Knie. Hier hat Microsoft wohl für die nächste Generation programmiert. Doch auch in mittleren Details ist der Flight Simulator X das Non-Plus-Ultra der Flugsimulationen.

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