Fifa 10 verteidigt die Tabellenführung im virtuellen Fußball

Wayne Rooney von Manchester United: Fifa 10 bringt alle Weltstars mit. Screenshot: Electronic Arts 

Schon seit Jahren beherrschen zwei Softwarehäuser die Szene der Fußball-Simulationen. Electronic Arts schickt seine Fifa-Serie auf’s Feld, Konami stellt Pro Evolution Soccer (PES) auf. Die Dominanz dieser beiden Spiele-Serien ist derart groß, dass es kein Dritter wagt, hier einzugreifen. EA  und Konami beherrschen den Fußball-Markt und kämpen in jedem Jahr um die Krone der besten Fußballsimulation. Nachdem PES diesen Titel lange abonniert hatte, griff Fifa im vergangenen Jahr mit Macht an und überholte den Konkurrenten. Diese Position verteidigt auch die aktuelle Version Fifa 10: Sie ist klar der beste Computer- und Konsolen-Fußball, den es zurzeit gibt.

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Fifa 09 (Alle Systeme)

 

Der Konsolen- und Computer-Fußball dieser Welt wird seit Jahren vom Kampf der Giganten geprägt. Die Kontrahenten: Die Fifa-Serie von Electronic Arts (EA) und Pro Evolution Soccer (PES) von Konami. EA hat gerade Fifa 09 präsentiert und damit gewaltig vorgelegt. Fifa 09 punktet wie immer durch herausragende Grafik (endlich auch mit komplett neuer Engine für den PC), Original-Lizenzen und eine dichte Atmosphäre. Alle Ligen und internationalen Turniere von Bedeutung werden simuliert, ebenso wie die Stadien und die Spieler, auf deren Gesichtern sich mittlerweile deutliche Emotionen widerspiegeln. Ich spare mir die Wiederholung der alten Tugenden (KI, Steuerung, Taktik-Vielfalt, viele Modi etc.) und konzentriere mich auf Punkte, die wirklich neu sind.

 

Da wäre der Premiumdienst „adidas Live Season“ für die PlayStation 3, Xbox 360 und PC. Durch eine wöchentliche Online-Aktualisierung der Formwerte der Spieler spiegeln ihre virtuellen Attribute immer ihre aktuellen realen Leistungen wider. So wie die Spieler und Mannschaften in der realen Welt durch die Höhen und Tiefen der Saison gehen, soll sich auch das Spielerlebnis dynamisch verändern. Der neue Dienst ist für die Barclays Premier League, La Liga BBVA, die Ligue 1, die Bundesliga, die Serie A und die mexikanische Primera Division verfügbar.

 

Fifa  09 präsentiert außerdem den neuen Onlinemodus „Fifa 09 Clubs“, der für PlayStation 3 und Xbox 360 entwickelt wurde. Hier kann der Spieler online virtuelle Vereine gründen oder diesen beitreten. Bis zu 50 Freunde können dann ihre stärkste Mannschaft auf den virtuellen Platz schicken. Jeder Spieler übernimmt ausschließlich eine Spielerposition, um sich so im Be A Pro: 10 gegen 10 Online-Teamspiel mit der Konkurrenz zu messen. Durch dieses Feature können demnach 20 Spieler an 20 unterschiedlichen Konsolen online gehen und gemeinsam eine Partie Fifa 09 spielen. Durch ein virtuelles Ligensystem wird „Fifa 09 Clubs“ die beste virtuelle Mannschaft der Welt ermitteln.

 

Mit der Veröffentlichung von Fifa 09 können sich die Spieler jetzt außerdem für die fünfte Saison des FIFA Interactive World Cup (FIWC) warm spielen. Die Registrierung für die Teilnahme an den Onlinepartien des Turniers geschieht direkt im FIWC-Modus von FIFA 09 auf PS3 und startet in Kürze. Am Ende der Qualifikation sichern sich die 13 besten Online-Spieler ihren Platz im Grand Final, das nächstes Frühjahr stattfinden wird. Ambitionierte Spieler können außerdem bei einer der 19 auf der ganzen Welt stattfindenden FIWC 09-Qualifikationsveranstaltungen an den Start gehen. Einzelheiten zu diesen Live-Qualifikationsveranstaltungen werden in den nächsten Wochen auf FIFA09.DE veröffentlicht.

 

Auf Nintendos Wii können die Spieler „Fifa 09 All-Play“ auf zwei unterschiedliche Arten spielen – in einer Wii-spezifischen Variante der authentischen 11 gegen 11-Simulation oder bei abgedrehter 8 gegen 8-Arcade-Action mit stilisierter Umgebung und einzigartigen Mii-Versionen der großen Fußball-Stars.

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Fifa 08 (Alle Systeme)

In manchen Situationen wäre man wirklich dankbar für einen kleinen, punktuellen Gedächtnis-Verlust. Wer den „Herrn der Ringe“ schon dreimal gelesen hat, kennt dieses Gefühl. Könnte man den Teilbereich des Erinnerungsvermögens abschalten, in denen das Buch gespeichert ist, wäre jede neue Lektüre wieder eine Premiere. Dieses Prinzip kann man beliebig ausweiten – auf Pulp Fiction (dreimal gesehen), das Phantom der Oper (zweimal) oder den Computer- und Konsolensport des Marktführers Electronic Arts.

Wer schon seit Jahren Fifa spielt, der hat sich an das hohe Struktur- und Präsentationsniveau dieser Fußballsimulation gewöhnt und fragt sich vielleicht gelegentlich, warum er jedes Jahr um die 50 Euro für ein Spiel ausgibt, das sich im Kern kaum verändert. Wer aber noch nie eine Fifa-Variante gesehen hat und jetzt das neue Fifa 08 auf der Playstation 3 spielt, der spürt noch echte Begeisterung.

So soll virtueller Fußball aussehen. Dichte Stadionatmosphäre. Erkennbare Stars. Herrliche Animationen. Alle offiziellen Kader und Trikots: Fifa 08 ist mit 620 lizenzierten Teams, 30 offiziellen Ligen und über 15000 sorgfältig nachgebildeten Spielern so realistisch wie nie zuvor. Dazu kommt eine ausgezeichnete Ballphysik: Seit Fifa 07 werden Spieler und Kirsche getrennt berechnet, was der Glaubwürdigkeit ebenso nutzt wie der Spielbarkeit.

Die Qualitäten von Fifa 08 zeigen sich, schlechte Nachrichten für PC-Kicker, ausschließlich auf den Next-Generation-Konsolen. Die „FIFA 08 Next-Gen Gameplay-Engine“ ist auf die besonderen Steuerfunktionen der Xbox 360 und der Playstation 3 ausgerichtet und bietet eine umfassende Bewegungs- und Ballkontrolle. Die Engine berechnet den möglichen Erfolg jedes Schusses. Sie bezieht zahlreiche Faktoren wie Spin des Balls, Aggressivität der Verteidiger, Spielereigenschaften und sogar den Luftdruck mit ein. Die KI arbeitet mit einer 35-stufigen „Decision Engine“ und ermöglicht somit, pro Sekunde 1000 mögliche Optionen und Reaktionen, also über 60000 Optionen pro Minute, in Echtzeit zu verarbeiten.

Das sind Fakten, die jeden Informatiker beeindrucken würden, aber wie wirkt Fifa 08 auf den Fußball-Fan? Nur ein Wort: atemberaubend. Das Spiel hat die visuelle Qualität einer Live-Übertragung inklusive Einblendungen, Nahaufnahmen, Zeitlupen und Schwenks zum tobenden Torwart, der sich über eine Entscheidung des Schiedsrichters aufregt. Die Fan-Gesänge und das Dröhnen der Trommeln klingen so echt, dass tatsächlich Stadion-Atmosphäre aufkommt.

Das Gameplay ist überschaubar und glaubwürdig. Timing ist entscheidend: Wer schlecht zum Ball steht, ballert ihn oft ins Aus. Die virtuellen Kicker folgen den Taktik-Befehlen recht präzise. Der Modus „Be a Pro“ ist 2008 völlig neu: Fifa 08 erlaubt es, bis zu vier Jungstars selbst zu kreieren und sie durch die Saison zu führen. In diesen Matches steuert man nur den jeweiligen Jungstar, läuft in Position, fordert Pässe und Flanken und erfüllt einzelne Aufgaben, die mit talentsteigernden Erfahrungspunkten belohnt werden.

Fazit: Auf den großen Konsolen ist Fifa 08 der Klassenprimus in den Punkten Präsentation und Atmosphäre.

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Pro Evolution Soccer 6 (Xbox 360)

Der Ball ist rund, nach dem Spiel ist vor dem Spiel – diese Sprüche haben zwei Grundsätze gemeinsam. Zum einen kann sie keiner mehr hören, zum anderen umschreiben sie eine fundamentale Basis des Fußballsports: die absolute Unberechenbarkeit. Ein Ball wird gegen die Latte gedonnert, prallt von dort auf den Hinterkopf des Torwarts und weiter über das Knie eines Verteidigers an den Innenpfosten und dann ins Netz. Szenen dieser Art sind selten, aber wenn es sie dann tatsächlich mal gibt, toben die Stadien und die Wohnzimmer.

Denn man kann den Verlauf eines Spiels oder die Bahn eines Balls nicht exakt vorausberechnen, der Physiker spricht hier von „nicht linearen Faktoren“. Konami spricht von Pro Evolution Soccer. Der sechste Teil dieser Serie ist der beste PC- und Konsolen-Fußball der Gegenwart und schlägt sogar Fifa 07 vom Branchenriesen Electronic Arts, denn hier leben die Unberechenbarkeit und der Wahnwitz des runden Leders. In keiner anderen Simulation ist Fußball so lebendig auf dem Screen präsent. Nirgendwo sonst sind Szenen wie die eben beschriebene möglich.

Am 26. Oktober erschien Pro Evolution Soccer 6 für PlayStation 2, Xbox 360 und PC. Getestet wurde die Version für die Xbox 360.

Konami hat die Spieler-KI verbessert: So positionieren sich Spieler, die nicht im Ballbesitz sind, aktiv im leeren Raum.

Gleichzeitig wurden die physischen Aspekte des Spiels überarbeitet. Die Spieler wenden neue Drehungen und Abwehrtricks an. Auch das Schuss-System wurde überarbeitet. Im Strafraum gibt es neue Varianten, Volleys und Halb-Volleys wurden erneuert. Unter den neuen Moves befindet sich jetzt auch die Fähigkeit, gezielt Kontrolle über den Ball nach einer Grätsche zu erlangen. Durch eine verbesserte Dribbling-Kontrolle sind mehr Finten und Tricks verfügbar.

Was kam dabei heraus? Ein dynamischer und fließender Spielverlauf, der vor allem im Multiplayer-Modus echte Stadion-Atmosphäre ins Wohnzimmer bringt. Konami arbeitet offenbar auch mit Hochdruck an einem der bisherigen Schwachpunkte der Pro Evolution Soccer-Serie. Die fehlenden Lizenzen und daraus resultierenden Fantasie-Namen bekannter Stars kosteten die ersten fünf Teile viele Atmosphäre-Punkte.

Der aktuelle Teil umfasst die voll lizenzierten Kader und Ausrüstungen der Nationalmannschaften von Tschechien, Frankreich, Australien, England, Italien, Argentinien, Spanien und Schweden. Gleichzeitig wurde die französische Ligue 1 Orange integriert, außerdem wichtige europäische Mannschaften wie Sporting Lisssabon, Benfica, Olympiacos Piraeus und – Hurra – Manchester United.

Zum ersten Mal erscheint Pro Evolution Soccer auch für eine Next-Generation-Konsole. Produzent Shingo Takatsuka und sein Team wollten die erweiterten Möglichkeiten der Xbox 360 offenbar voll nutzen. Gegenüber dem PC und der grafisch mittlerweile veralteten Playstation 2 glänzt Pro Evolution Soccer 6 auf der Xbox 360 mit massiv erweiterten Grafiken und Soundeffekten. Auch das Online-Spiel der PlayStation 2- und PC-Version wurde überarbeitet. Bis zu acht Spieler können über vier verbundene Systeme gegeneinander antreten.

Fazit: Der wahnwitzige Realismus von Pro Evolution Soccer 6 ist im Marktsegment der Sportsimulationen unerreicht

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Fifa 07 (Alle Systeme)

 

Endlich werden Ball und Spieler getrennt berechnet: Fifa 07.

Momentan weckt Sönke Wortmanns meisterhafte WM-Doku wieder das Fußballfieber in Deutschland, das „Sommermärchen“ treibt den Fans die Tränen in die Augen – eine bessere Ausgangslage hätte sich Branchenriese Electronic Arts (EA) für den Verkaufsstart von Fifa 07 nicht aussuchen können. Seit den 90ern war der Computer-Fußball von EA das Maß aller Dinge, bis vor drei Jahren in Gestalt von Pro Evolution Soccer ernsthafte Konkurrenz auftauchte. Und gerade die Stärke dieses Konkurrenzproduktes – die herausragende Ballphysik – haben die Programmierer in der Version 2007 der Fifa-Serie völlig neu gelöst.

Der Stürmer zieht ab. Der Ball donnert gegen die Latte, springt dann gegen das Knie eines Verteidigers. Von dort segelt die Kugel gegen die Brust des Stürmers an den Innenpfosten und kullert langsam ins Netz. Tore dieser Art, auch wenn sie in der Realität nicht jeden Spieltag vorkommen, gehören zum Fußball – und deshalb gehören sie auch zu einer guten Fußball-Simulation.

In den bisherigen Fifa-Spielen gab es solche Szenen jedoch nicht. Das lag an der Programmstruktur. Spieler und Ball wurden bisher immer als Einheit berechnet, was den Ball logischerweise an solchen Kunststücken wie dem eben beschriebenen hinderte. In Fifa 07 hat die Kirsche aber eine eigene, vom Spieler getrennte Physik, was sich sofort deutlich bemerkbar macht.

Der Fifa-Fußball macht dadurch einen Riesenschritt nach vorne und wird zur ernsthaften Simulation. Der ballführende Spieler legt sich die Kugel in realistischer Weise beim Sturmlauf weit vor. Dribblings oder Tricks erfordern eine sehr gutes Zusammenspiel zwischen Auge und Controller. Zieht der Stürmer schließlich an oder im Strafraum ab, kommt es darauf an, wie er zum Ball steht, welcher sein starker Fuß ist und ob er den Kasten überhaupt richtig sieht. Sehr viel öfter als in früheren Fifa-Spielen geht der Ball drüber oder daneben, wenn Faktoren wie diese nicht beachtet werden.

Atmosphärisch ist Fifa 07 so stark wie immer. Noch echter kann Computer-Fußball nicht sein. 27 lizenzierte Ligen, 510 Vereinsmannschaften, 43 Nationalteams – dieses Angebot ist einzigartig. Es ist mittlerweile normal und dem heutigen Stand der Technik angemessen, dass man viele Stars auch an ihren Gesichtern erkennt.

Der 2006 neu präsentierte Manager-Modus wurde in der aktuellen Fifa-Version beibehalten – ein Glück, denn er ist die höchste Motivation für Solo-Spieler. Als Manager übernimmt man eines der 510 Teams oder gründet einfach ein eigenes, kümmert sich um Aufstellung, Training, Sponsoren, Werbeverträge und natürlich die Spiele. Auf der Titelseite der Sun kann man nachlesen, was von den eigenen Manager-Leistungen zu halten ist – hervorragend gelöst.

Es gibt auch Anlass zur Kritik: Die Menüführung ist in einzelnen Fällen umständlich. Spieler mit Ball laufen ebenso schnell wie Spieler ohne. Der Computer spielt in der Offensive zumeist sehr dilettantisch. Trotzdem ist Fifa 07 grundsolider Fußball am Bildschirm mit hohem Spaß- und Motivationsfaktor. Die neue Ballphysik bringt die Serie deutlich voran. Ob Pro Evolution Soccer 6 es besser macht und vor allem die bisher absolut katastrophale Menüführung endlich optimiert hat, wird ein Test demnächst zeigen. Bis dahin kann der Ball bei Fifa 07 rollen.

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Fifa Street 2 (PlayStation 2)

Es ist eine grundsätzlich gute Idee: Der Fifa-Computer-Fußball geht auf die Straße. Electronic Arts präsentiert den zweiten Teil der Fifa-Street-Serie, die stark von den sonstigen Fifa-Titeln abweicht. Hier rollt der Ball nicht in vollen Stadien, sondern auf den Hinterhöfen und Bolzplätzen dieser Welt. Statt taktischer Cleverness zählen Blutgrätsche und artistische Tricks.

Fifa Street 2 ist ebenso wie der 2005 veröffentlichte erste Teil immer mal wieder gut für fünf unterhaltsame Minuten zwischendurch. Es macht wirklich Spaß, mit Dreier-Teams zu kicken, die sich aus der Fußball-Elite dieser Welt zusammensetzen. Mit Realismus hat das Ganze natürlich absolut nichts zu tun, aber das ist in diesem Fall kein Problem. Die Tricks, einer der analogen Knüppel des Gamepads wird zum Trick-Stick, sind sehenswert – genau die Bewegungen, die man auch in der Realität gerne können würde, die aber meistens misslingen und in Ballverlust und Blamage enden.

Fazit: Auch Fifa Street 2 ist – ebenso wie der erste Teil – kein Komplexitäts- oder Realitätswunder, kann aber Fußballbegeisterte (und wer ist das nicht, vor allem während der WM?) gut unterhalten. Das Spiel bietet frustfreies Kicken mit Knochenbruch-Action.

Nähere Infos zum Spiel finden Sie bei Electronic Arts.

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Pro Evolution Soccer (PC)

Real Madrid gegen Asenal London: Ronaldo prescht vor, doch Jens Lehmann ist schneller.

Pro Evolution Soccer ist ein Software-Phänomen. Die Serie hat seit Jahren dieselben Schwachpunkte: katastrophale Menüführung, unvollständige Lizenzen und damit fehlende Atmosphäre. Doch das interessiert keinen Menschen. Pro Evolution Soccer ist dem Genreprimus FIFA trotzdem ebenbürtig und manchmal sogar überlegen.

Es ist eigentlich unmöglich, Fußball realitätsnah und gleichzeitig noch unterhaltsam in ein Computer- oder Videospiel zu quetschen. Der Physiker spricht in diesem Fall von nichtlinearen Faktoren. Was der Ball auf dem Feld macht, kann nicht zuverlässig vorausberechnet werden. Grundsätzliche Fähigkeiten und Tagesform der Kicker, Winkel und Rotation der „Kirsche“, Bodenbeschaffenheit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit lassen sich nicht in ein Spiel integrieren. Deshalb wirken manche Fußball-Computer-Spiele (vor allem die älteren) extrem simpel. Pass-Schuss-Tor. Ende der Geschichte.

Und genau hier liegt die Stärke von Pro Evolution Soccer, dessen fünfte Auflage momentan Spieler (wegen der Qualität) und Händler (wegen der Verkaufszahlen) begeistert. Kein anderes Spiel, auch nicht FIFA 2006, simuliert die Ballphysik derart realitätsnah. Dramatische Strafraumszenen sind hier die Regel. Tore, wie sie für Horst Hrubesch oder Gerd Müller typisch waren, gelingen mit keiner Software so gut wie mit dieser. Mit diesem Spiel kann man den Ball nicht nur aus 20 Metern in den Winkel hämmern, sondern auch mit einer eigentlich unmöglichen Drehung am verdutzten Torwart vorbei bringen oder das Leder vorwärtsstolpernd an den Innenpfosten und vorn dort aus ins Netz lenken.

Pro Evolution Soccer 5 hat alles. Dribbel-, Schuss- und Pass-System sind leicht zu lernen und dennoch sehr vielschichtig. Die Soundkulisse ist bombastisch. Nur eines hat PES 5 leider nicht: Originalität. Viele Spieler tauchen zwar trotzdem mit Namen, Team und Gesicht auf: Man hat kein Problem, Mausezähnchen Ronaldo, Tonsur-Zidane oder andere Stars des Weltfußballs zu erkennen. Doch gerade die Bundesliga fehlt. Die Teams heißen Hauptstadt, Autostadt oder Isar. Hier punktet FIFA 2006, denn dort ist alles original.

FIFA punktet ebenfalls beim Manager-Modus, der im Electronic-Arts-Produkt wesentlich motivierender umgesetzt wurde. Der PES 5-Kicker kämpft sich verdrossen durch die unmöglichen Menüs – doch sobald er wieder auf dem Platz steht, ist jeder Verdruss vergessen.

Fazit: Pro Evolution Soccer 5 ist Fußball pur und deshalb absolut empfehlenswert. Näheres finden Sie auf der Homepage von Konami. Gute Tests bieten Golem und GameStar.

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FIFA 2006 (PC)

Putz mir die Treter, Kollege. Kennen Sie den Herrn, der sich hier beim Torjubel symbolisch die Bolz-Quanten polieren lassen will? Sein Name ist Eric Cantona. Er wurde sowohl zum wichtigsten Spieler von Manchester United im 20. Jahrhundert als auch zum wichtigsten Spieler der gesamten Premier League in den 1990ern gewählt. In seinen fünf Jahren bei Manchester United gewann der Verein vier Meisterschaften. 1997 hing er die Fußballschuhe an den Nagel und schauspielert seitdem. In FIFA 2006 können Sie ihn dennoch in Aktion erleben, und zwar in einer All-Time-Classic-Super-Elf. In der spielt übrigens auch Rudi Völler.

An der FIFA-Serie kommen Konsolen- und Computer-Kicker seit zwölf Jahren nicht vorbei. Die schwierige Umsetzung der Fußball-Faszination auf den Bildschirm gelang keinem anderen Haus so durchschlagend wie Electronic Arts. Jedes Jahr liegt eine neue Fassung in den Händlerregalen, dazu kommen Sondereditionen zu Welt-und Europameisterschaften. Nicht immer waren diese Fassungen absolute Verbesserungen, manchmal schoss EA auch Eigentore. Doch diese änderten nichts am positiven Gesamtergebnis. FIFA war jahrelang qualitativ das Nonplusultra und hat erst vor zwei Jahren ernsthafte Konkurrenz durch die Pro Evolution Soccer-Reihe bekommen, die ebenfalls jährlich neu präsentiert wird. Die aktuelle Fassung, Pro Evolution Soccer 5, läuft bereits im Testlabor. Ergebnisse demnächst an dieser Stelle.

FIFA 2006 ist, das vorweg, keines der eben beschriebenen Eigentore. Schon der erste Start des Spiels lässt Freude aufkommen: Nachdem der Spieler sein Profil angelegt hat, darf er sich für ein erstes Match ein Team aussuchen, das dann gegen das oben erwähnte Classic-Team mit Cantona, Völler, Hugo Sanchez und Franz Beckenbauer antritt. Doch nur ein Begrüßungsmatch ist erlaubt. Im späteren Spielverlauf muss man dieses All-Star-Team erst durch Erfolge freischalten.

Die Stärke von FIFA 2006 ist die dichte Atmosphäre. Die Namen von 26 Ligen und mehr als 10000 Spielern, sämtliche Pokal-Wettbewerbe, die Gesichter, sogar die Bewegungen sind original. Echter geht nicht. Wer seinen PC mit einer leistungsstarken Audio-Anlage verbunden hat, bekommt auch ordentlich was auf die Ohren.


Trezeguet ist nicht zu bremsen, die deutsche Abwehr schläft, gleich steht es 1:0 für Frankreich.

Die Off-the-Ball-Steuerung eines zweiten Spielers per Analog-Stick, die ich nie richtig hinbekommen habe, hat Electronic Arts gestrichen. Neben den gewohnten Pass-, Schuss, Zweikampf- und Dribbel-Aktionen, für deren komplette Bandbreite ein Zehn-Tasten-Gamepad Pflicht ist, kann man auf dem Rasen wichtige Entscheidungen treffen, etwa Raumdeckung oder Spiel über die Flügel.

Der Hammer aus Sicht eines Solo-Spielers ist der Manager-Modus. 15 Jahre lang kann der User aus seiner Gurken-Truppe ein Top-Team formen. Sponsorensuche, die Jagd nach neuen Spielern und auch der Umgang mit der Presse *g* gehören zum Manager-Job, dessen wichtigste Aufgabe es natürlich ist, das Gamepad zu meistern und die Spiele seines Teams zu gewinnen. Ich habe in allen vergangenen FIFA-Varianten keinen derart starken Motivator gesehen. Eine starke Idee, gut umgesetzt.

Fazit: FIFA 2006 ist die hervorragende Umsetzung eines faszinierenden Sports auf den Schirm. Was Electronic Arts sportlich sonst noch zu bieten hat, finden Sie hier.

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