Burnout Paradise (PlayStation 3)

Herrliches Wetter. Breite Straßen. Im Hintergrund die Skyline des Finanz-Viertels und das Schimmern des blauen Ozeans. Aus den Boxen dröhnen Guns N’Roses. Das mächtige Donnern des Achtzylinders, der jeden Tüv-Prüfer in einen cholerischen Anfall versetzen würde, ergänzt diese Klänge perfekt. Willkommen in Paradise City. Wer hier hinterm Steuer sitzt, lebt gefährlich.

Electronic Arts hat mit „Burnout Paradise“ ein Action-Rennspiel abgeliefert, das alles richtig macht, wenn es um kurzweilige Unterhaltung geht.

Paradise City ist weder ein Ort für Renn-Puristen, die es so realistisch wie möglich haben wollen, noch eine Empfehlung für Tuner, die jede Schraube im Fahrverhalten spüren wollen. Aber wer mal schnell zwischendurch den Computer oder, was die wesentlich bessere Alternative ist, einen oder mehrere Freunde in einem adrenalingesteuerten Rennen schlagen will, ist hier genau richtig.

Die überarbeitete und speziell für Rennen entwickelte Burnout-Spielengine liefert butterweiche und extrem schnelle 60 Frames pro Sekunde. Auf dieser Basis simuliert die Playstation-3-Version von „Burnout Paradise“ ein extremes Tempo-Erlebnis. Der Gesichtsausdruck des Spielers ähnelt dem eines Achterbahn-Passagiers.

Paradise City bietet jede Menge Sprungrampen und Abkürzungen. Wer seine Strecke kennt, ist klar im Vorteil. der Spieler fährt mit seinen Boliden, die er übrigens als Wracks von einem der Schrottplätze holt und dann durch simples Durchfahren einer Werkstatt in blitzende Neuheiten verwandelt, frei durch die riesige Stadt von Big Surf Beach bis zur City. Rennen gibt es quasi an jeder Ampel. Einfach die Reifen durchdrehen lassen, und schon beginnt einer von fünf möglichen Renntypen. Der Kampf gegen die Uhr ist hier die Ausnahme. Im Vordergrund steht der Kampf gegen den Gegner.

Und diesen zelebriert „Burnout Paradise“ mit vollem Einsatz. Auf den Straßen von Paradise City muss jeder immer und ständig mit größtmöglicher Zerstörung rechnen. Es geht nicht darum, den Gegner zu überholen. Das kann jeder. Es geht darum, ihn von der Strecke zu rammen. Gegen eine Mauer, von einer Brücke, in eine Tankstelle. Dann schaltet „Burnout Paradise“ in einen Superzeitlupen-Modus um und zeigt, wie sich das gegnerische Vehikel in seine Bestandteile zerlegt, zu einer Ziehharmonika zusammengedrückt wird und sich allmählich in einen verdrehten Haufen verformten Metalls verwandelt.

Drei Fahrzeugtypen (Stunt, Speed und Crash), mehr als 120 Offline-Rennen, 75 einzelne Boliden und die schnellste Online-Anbindung der Rennspiel-Geschichte machen „Burnout Paradise“ zum Hit.

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Need for Speed Carbon (Xbox 360)

 

Traumwagen waren schon immer die Stärke von Need for Speed. In Carbon kommt auch der Ford Shelby Cobra 500 zum Einsatz. Bevor man in dieser rollenden Legende Platz nehmen darf, muss man um die 60 Rennen gewinnen.

 Die Nacht wird erhellt von den Neon-Lichtern der Großstadt. Die Motoren der an der Startlinie lauernden Boliden donnern, Scheinwerfer blitzen. Eine schöne Frau gibt das Startzeichen, und die Traumwagen, bis zur Extase getunt, rasen los. Die Fahrer beten, dass ihre Reflexe nicht versagen, der Gegenverkehr rechtzeitig zur Seite springt, die Cops zu langsam sind und die Lachgas-Einspritzung funktioniert.

Die mittlerweile elf Jahre alte Rennspiel-Serie Need for Speed von Electronic Arts hat viele Standards gesetzt und punktete immer wieder mit hoher Qualität. Der aktuelle Titel nennt sich Need for Speed Carbon und zeigt vor allem auf der Xbox 360, was man unter „High Definition Gaming“ versteht. Dieses Erlebnis bleibt allerdings den Spielern vorbehalten, die einen HDTV-fähigen Fernseher besitzen, sie können in 1080i spielen. Diese Auflösung ist fünfmal so hoch wie der übliche PAL-Standard.

Die nächtliche City spiegelt sich im Lack der Wagen, jedes Detail stimmt. Der Sound, Automobil-Skeptiker und Nachbarn in hellhörigen Mietshäusern würden wohl von unerträglichem Krach reden, ist ein Fest für Fans und entspricht der Natur des Wagens, der ihn verursacht. Es gibt auch eine Story, doch diese ist eher simpel gestrickt und nicht besonders interessant. Die Figur des Spielers ist ein Raser-King, der von einem Konkurrenten in eine Falle gelockt und ins Exil getrieben wurde. Jetzt ist er wieder da, um die Straßen der Stadt zurückzuerobern.

Leider tut er das nur nachts, und leider nutzt er nur ein bestimmtes Streckenmuster, dessen einzelne Teile leicht voneinander abweichen. Abgesehen vom ab der Spielmitte rasant ansteigenden Schwierigkeitsgrad ändert sich nicht viel. Das ist eine Schwäche von Need for Speed Carbon, und zwar die einzige. Stärken gibt es dagegen viele.

Der Spieler kann unter drei Auto-Typen wählen: Unter „Tuner“ fallen die Normalos wie Golf und Toyota Supra, die „Muscle Cars“ umfassen unter anderem Ford Mustang GT und Chevrolet Corvette, und zu den „Exoten“ gehören Porsche Cayman S und diverse Spezialitäten italienischer Automobilkunst. Alle können in Optik und Leistung getunt werden. Je mehr Rennen der Spieler gewinnt, um so leistungsfähigere Teile stehen ihm zur Verfügung. So wird aus einem Straßenfahrzeug ein futuristisches Geschoss.

Es gibt zwar ein optisches Schadensmodell, doch weder kann man seinen Wagen zu Schrott fahren noch muss man Schäden reparieren. Auch die Polizei spielt mit, das Resultat sind heiße Verfolgungsjagden. Geschwindigkeits- und Windschatteneffekte sowie die Bewegungsunschärfe bei hohem Tempo sind hervorragend umgesetzt.

Zum ersten Mal kann der Spieler auch ein Team rekrutieren, das ihn während der Rennen unterstützt: Die Mitstreiter rammen die Konkurrenz von der Straße, suchen nach Abkürzungen oder ziehen den Wagen des Spielers im Windschatten mit.

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